Gedankliche Tiefen

#wireinander

Ich habe lange Zeit überlegt, ob ich dieser Hashtag-Aktion von der TKK überhaupt Beachtung schenken möchte. Es steckt ein unglaublich schöner Gedanke dahinter, aber für Menschen wie mich, die noch immer nicht alles hinter sich gelassen haben, ist es relativ schwer über diese Geschichten zu schreiben oder andere Geschichten zu lesen. Es belastet mich, dass viele dieser Geschichten ein Happy End haben, wo meine doch keins hat. Meine Geschichte sprengt wohl jeden Rahmen von Kommentar-Boxen auf Youtube & co. kg., also eben als Blogeintrag und weiterhin weitesgehend anonym. An meine Kindheit kann ich mich kaum erinnern, aber das woran ich mich erinner ist nicht gerade toll. Meine Eltern haben sich so gut wie jeden Abend lautstark gestritten und auch die geschlossene Wohnzimmertür konnte nicht verbergen, was dort ablief. Es flogen Aschenbecher, Tassen, Flaschen, Lampen, eben alles, was man nach einem Menschen werfen kann und was ihn verletzen könnte. Ich habe zu der Zeit regelmäßig bei meiner großen Schwester im Zimmer gestanden und entweder bei ihr geschlafen oder eines ihrer Beani-Babys bekommen, das mich beschützen sollte. Ich hatte jede Nacht Albträume von Monstern, die mich verfolgten und denen ich nur entkommen konnte, wenn ich ganz still stand und nicht atmete. Oder von Zombies, vor denen ich mich versteckt habe. Jeden Abend konnte ich nicht einschlafen, weil ich Angst hatte und Dinge gesehen habe, die eigentlich nicht da waren, wie z.B. Kobolde, die mich durch den Spalt meiner Zimmertür bösartig angrinsten. Und wie sagten meine Eltern immer so schön? "Das Chaos in deinem Kopf trägst du nach außen." Mein Zimmer war eine Müllhalde. Versteht mich nicht falsch, ich mochte es, wenn es aufgeräumt war, aber ich habs nie geschafft es halbwegs ordentlich zu halten. Und damit meine ich nicht, dass mal etwas auf dem Boden lag, nein. Es lag ALLES auf dem Boden. Ich hatte 3 Wege von der Tür aus. Einen zum Bett, einen zum Schreibtisch und einen zum Kleiderschrank, der Rest war unter einem Mischmasch aus Dreck, Zetteln, Spielzeug und Wäsche begraben. Ein Berg, der mir damals bis zu den Knien reichte. Später erfuhr ich, dass mein Vater während einer dieser Streits meine Mutter am Hals die Wand hoch geschoben und ihr ins Gesicht geschlagen hatte. Sie erlitt dabei einen Genickbruch und litt in den folgenden Jahren immer wieder unter Schwindelanfällen und heftigen Kopfschmerzen, dachte sich aber nichts dabei, bis der Bruch zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt wurde. Mir wird immer noch schlecht, wenn ich daran denke, dass eine falsche Bewegung ausgereicht hätte, um meine Mutter unter die Erde zu befördern. Mir ging es damals schon beschissen. Ich war klug, war gut in der Schule, bekam sogar eine Empfehlung fürs Gymnasium, aber ich hatte nur eine Freundin auf die ich mich 100% verlassen konnte. Schon damals hatte ich das Gefühl nicht zu den "Coolen" zu gehören und trug die Gewalt mit in mein Umfeld. Ich forderte meine Freundin immer wieder zu Spaßkämpfen heraus. Die einzige Zuflucht damals war mein "Unsichtbarland". Ich hatte eine blühende Fantasie, stellte mir Tiere vor, die mich begleiteten, mit denen ich friedlich spielen konnte. So konnte ich stundenlang alleine in meiner Fantasiewelt sein, was allerdings ziemlich peinlich war, wenn man dabei erwischt wurde... Ich habe also schon immer einen Hang dazu der Realität zu entfliehen und was damals mein Unsichtbarland war ist heute das Internet für mich. Nachdem sich meine Eltern endlich getrennt hatten, zog ich zu meinem Vater. Ich war ein typisches Papakind und die darauf folgende Zeit war eine der positivsten, die ich hatte. Ich war Papas Prinzessin, bekam bald meinen ersten eigenen PC, etc. Aber ich war nicht einfach, war immer noch unordentlich, eckte überall bei meinen Freunden an, kam zu spät von der Schule nach Hause, etc. Schon bald lernte mein Vater neue Frauen kennen, vertiefte Kontakte, die er im Internet hatte. Auf der ersten Fahrt zu einer seiner Freundinnen starb mein Meerschweinchen Mäuschen. Wir mussten es zwangsweise auf einer Raststätte irgendwo bei Frankfurt begraben. Irgendwann lernte er eine Frau kennen zu der er ziehen wollte, also stand unser Umzug nach NRW an. Ich war gerade aufs Gymnasium gekommen und definitiv froh wieder aus der Klasse verschwinden zu können. Die "Freunde" aus der Grundschule hatten sich komplett von mir abgewandt, bereits am ersten Tag als wir mit dem Zug zur Schule fuhren, wurde klar, dass meine beste Freundin nun zu den "Coolen" gehörte und nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. In der neuen Klasse fand ich zwar wieder ein paar Freunde, allerdings wurde ich sehr gerne und sehr oft aufgrund meiner dörflichen Herkunft gemobbt. Selbst einer der Lehrer konnte es sich nicht verkneifen, weswegen ich mich kurz vor meiner Abreise beim Direktor über ihn beschwert hatte. Ich weiß nicht mehr ob es irgendwas gebracht hat, die Zeit ist mit eine der Verschwommensten. Ich weiß nur noch, dass ich mich wohl auch dort mit einigen von den Jungs geprügelt habe, was nie jemanden aufgefallen ist. Nach dem Umzug nach NRW ging der Horror erst richtig los. Die erste Zeit war super, wir haben viel unternommen, uns die Gegend angeschaut und dergleichen. Je älter ich wurde, desto mehr wurde allerdings plötzlich von mir erwartet und ich hatte keine Ahnung wohin ich mein "Papas Prinzessin"-Verhalten plötzlich schieben sollte. Mein Vater wurde arbeitslos, musste Maßnahmen und dergleichen mitmachen. Ich hab damals nie wirklich verstanden was genau er machte. Mit ca. 13 war ich dann dran mit Kochen. Ich hatte oft beim Kochen zugesehen und konnte schon recht viel, ebenso hatte ich gelernt mit dem Geld zu wirtschaften und sparsam einzukaufen und zu kochen. Wir hatten einen riesigen Kochtopf und haben meistens 3 Tage lang Grünkohleintopf, Gulasch oder Hühnersuppe gegessen. Wir hatten irgendwann kein Auto mehr, also mussten wir zwangsweise 2km zu Fuß zum Lidl laufen, mit den Monaten konnte ich dann die Sechser 1,5 Liter Flaschen ohne einmal abzusetzen oder Pause zu machen bis nach Hause schleppen - mit kiloschwerem Rucksack auf dem Rücken. In der Schule lief es beschissen. Ich hatte wiedermal wenig Freunde, davon eine beste Freundin und kam langsam nicht mehr mit dem Stoff hinterher. Zwischen all dem Mist hatte man wohl vergessen mir beizubringen, dass ich regelmäßig Hausaufgaben machen musste und lernen sollte. Meine gesamte Jugend war von dem Gedanken überschattet, dass mich die anderen nicht mochten, dass ich zu uncool für sie war. Im Internet jedoch war ich willkommen mit meiner flippigen, aufgedrehten und witzigen Art, dort fühlte ich mich wohl. Ich wurde immer abhängiger vom PC, saß immer mehr vor dem Bildschirm und vernachlässigte mich selbst und meine Familie immer mehr. Zu der Zeit kam ich dann das erste Mal mit christlichen Jugendvereinen in Kontakt. Die Treffen haben Spaß gemacht, ich war sogar im Chor, hab einige tolle Freizeiten mitgemacht, aber wirklich gemocht oder beliebt habe ich mich nie gefühlt. Auf einer Schlittschuhtour habe ich dann meinen ersten Freund kennengelernt. Ich war frühreif, hatte schon im Internet meine ersten pornografischen Bilder gesehen und mich auch einige male selbst befriedigt, auch wenn ich damals noch nicht so recht wusste was das heißt. Es gab mir ein gutes Gefühl, also machte ich es. Mein Vater war absolut gegen meinen Freund, meinte er sei drogenabhängig und ein schlechter Einfluss, verbot mir sogar einige Male zu ihm zu fahren. Letzten Endes hatte er damit recht. Ich kam mit einer freikirchlichen Gemeinde in Kontakt und zog einige heftige Dramen mit meinem Freund ab, in denen es um Gott und Engel ging. Ich wollte genauso durchdrehen wie die Leute in der Kirche dort und tat es auch, bis mir alles zu unheimlich wurde und ich nicht mehr hin wollte. Nachdem ich mich dann zu meinem ersten Mal überreden ließ und herausfand, dass mein Freund mich von vorne bis hinten belogen hatte, brach ich den Kontakt völlig ab und strich das Thema aus meinem Kopf, wobei ich nicht die Rechnung mit dem Kerl gemacht hatte, der überall rumerzählte, dass wir Sex hatten. Ich habe es jedes Mal geleugnet, wenn mich wieder jemand drauf ansprach, was auch Jahre danach noch passiert war. Ich hab mich so dermaßen dafür geschämt, dass ich sogar vor meinem nächsten Freund noch felsenfest behauptet habe ich sei Jungfrau. Die richtig "harte" Scheiße fing dann aber erst mit 16 an. Mittlerweile war ich richtig mies in der Schule, ging kaum noch raus, hatte keine Lust mehr Freunde zu treffen oder zum Jugendverein zu gehen. Ich wollte mich einfach nur noch in "mein" Internet verziehen und am besten aufhören zu existieren. Mein Vater bezeichnete mich mittlerweile als Schlampe, sagte zu mir, dass ich jedem in den Arsch treten würde, der mich liebt und dass ich in einem Jahr entweder tot, schwanger oder drogensüchtig wäre. Er strafte mich mit Liebesentzug, mit Verboten und Regeln aller Art und ließ mich in seiner Gegenwart erfrieren. Je mehr er mir verbot, desto weniger regte ich mich darüber auf. Ich wurde richtiggehend gefühlskalt und baute mir meine Mauer. Zwischenzeitlich lernte ich meinen 2. Freund kennen, baute ziemlich viel Scheiße und fing aus Neugierde mit dem Rauchen an. Zu dem Zeitpunkt schrieb ich Tagebuch, das einzige Ventil, das ich noch hatte. Wenn ich mir heute die Zeilen durchlese, bekomme ich Gänsehaut und frage mich wie es sein kann, dass ich damals, wo jeder glücklich sein sollte, schon detaillierte Selbstmordgedanken hatte. Es folgten viele Dramen, ein Krisenaufenthalt in der Geschlossenen und der Umzug zu meinem damaligen Freund. Die Erziehungsbeistandschaft wandte sich irgendwann ebenfalls gegen mich und forderte, dass ich arbeiten gehen solle, wenn ich mehr Geld haben wollte. Meine Mutter zahlte den vollen Unterhalt für mich, während mein Vater mir nicht einmal das ganze Kindergeld gab, obwohl er keinerlei Kosten mehr für mich hatte. Zu der Zeit lernte ich, dass Pfandflaschen eine gute Investition für das Monatsende sind und dass man sich auch 3 Tage von viel Wasser und einer Salz-Pfeffer-Mischung, die man aus der Hand leckt, ernähren kann. Oder von gebratenem Brot, um etwas Abwechslung zu haben. Ich ging gar nicht mehr zur Schule, fraß mich am Anfang des Monats fett und hungerte dann bis zum Ende des Monats ohne abzunehmen. Ich weinte viel, stritt viel, schrie viel und konnte nicht schlafen, saß nur am PC. Dann kam der nächste Fluchtversuch aus dem Sog der Depressionen. Ich zog zu meiner Mutter und trotz anfänglichen Streits und Stress ging es mir halbwegs gut. Jedoch schmiss ich wieder die Schule, hatte wieder das Gefühl nirgendwo dazu zu gehören, nur dass ich dieses Mal seitens der Lehrer beschuldigt wurde mich absichtlich vor der Klasse zurückzuziehen. Wieder war die Computersucht ein Riesenthema. Ich war ein Jahr lang in Therapie, nur um festzustellen, dass selbst ein Psychotherapeut die Mauern in meinem Kopf nicht durchbrechen konnte. Einen Tag kam ich hin und fing an zu weinen, das erste Mal überhaupt vor diesem Menschen und er sagte: "Das starke Mädchen weint." Erst da ist mir klar geworden, dass ich nach außen hin eine Maske trug. Ich erzählte niemandem von meinen Problemen, galt einfach nur als schwierig und unnahbar, aber auch irgendwie stark. Ich half gerne anderen Menschen bei ihren Problemen, hörte ihnen zu, baute sie auf, aber mich schaffte keiner aufzubauen. Nachdem ich die Schule also nach der 11ten mit viel Trara seitens meiner Mutter geschmissen hatte, machte ich ein Praktikum auf einem Ponyhof. Zwischenzeitlich hatte ich mich von meinem 2. Freund getrennt, mit wahnsinnig viel Drama und Tränen und kurz vor meinem Praktikum hatte mir auch noch mein 3. Freund eröffnet, dass er eine Weiterbildung machen und keine Zeit mehr für mich haben würde. Ich erfuhr erst im Nachhinein, dass ich nur Teil eines Racheaktes an die Frauenwelt war, die ihm das Herz gebrochen hatte. Er war der erste Mann gewesen, den ich so sehr geliebt hatte, dass ich das Atmen vergas, wenn er mich ansah. Das Praktikum an sich war toll, die schönste und zugleich anstrengendste und mental stressigste Zeit meines Lebens. Ich versuchte mit den Missständen dort klarzukommen, Verbesserungen einzubringen, kümmerte mich bis spät in die Nacht um kranke Tiere und und und. Letzten Endes kassierte ich für meine Mühen einen Arschtritt vom neuen Team. Dort lernte ich meinen jetzigen Freund kennen, ganz kitschig und chaotisch. Und seitdem läuft es nur noch bergab. Wohnungslos, aber mit Arbeit, dann arbeitslos bei meiner Mutter. Maßnahmen, die todlangweilig waren, Freunde durch die ich das erste Mal mit Drogen in Kontakt kam, Rückenschmerzen, Fehlzeiten, Depressionen, Streits, das volle Programm. Und immer wieder die Computersucht. Der letzte Teil der Geschichte ist, dass der Alkoholikerfreund meiner Mutter immer wieder aggressiv wurde. Die beiden haben sich angeschrien, haben sich geprügelt und ich mittendrin. Weihnachtsmärkte sind ein absolutes Tabuthema für mich und sobald ich eine schwankende Person sehe mache ich mittlerweile kehrt und fühle mich selbst zu Hause noch verfolgt, warte auf die Schreie und das Poltern an der Tür, das Knallen eines Körpers auf den Boden oder das Klatschen eines Schädels auf nassem Asphalt. Ich habe automatisch Panik, wenn jemand laut wird, zucke bei lauten Geräuschen zusammen und bin in Hab-Acht-Stellung sobald die Haustür aufgeht. Nach immer mehr Fehlzeiten bei der Maßnahme und schlussendlicher Kündigung sind wir dann zu seiner Mutter gezogen und was hier abgeht habe ich ja bereits einige Male in diesem Blog erwähnt. Es ist purer Stress und neulich erst so eskaliert, dass die beiden sich gegenseitig Morddrohungen an den Kopf werfen. Tja, das ist meine Geschichte, schon recht kurz und wenig emotional gefasst. Ich bin ein körperliches und nervliches Wrack ohne Ausbildung und ohne Perspektive. Ich finde keine Arbeit, keine Wohnung und keinen Schlafrhythmus mehr. Immerhin habe ich mittlerweile wieder eine Krankenkassenkarte und kann mir bald wieder Tabletten verschreiben lassen, damit ich wenigstens vernünftig schlafe. Yay. Ich habe keine Ahnung wie ich jemals aus diesem Sog, diesem ewigen Flüchten rauskommen soll. Ich habe Träume, Wünsche und ganz furchtbar viel Sehnsucht nach einem kleinen Stück vom Glück. Mir würde es ja schon reichen, wenn ich einfach Leute hätte, mit denen ich mich regelmäßig treffen und Spaß haben könnte. Oder wenn ich einfach Arbeit und eine Wohnung hätte. Es sagen immer alle so schön "Wenn es dir scheiße geht, dann änder was!", aber wenn ich sie dann frage was ich in meinem spezifischen Fall machen soll, dann wissen sie auch nicht mehr weiter. Ich bewerbe mich, aber bisher hatte ich nur eine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und das war für ein Praktikum, was ich abbrechen musste, weil ich es körperlich nicht mehr aushielt. Supergenial. Aber bevor ich hier wieder zusammenbreche und einen Heulkrampf kriege, breche ich lieber ab. Das Wesentliche kennt ihr jetzt. Ich weiß es gibt schlimmere Schicksale und vieles habe ich mir sicherlich selbst verbockt, aber für mich ist das Leben einfach nur die Hölle.

6.12.14 06:12, kommentieren

Und mal wieder...

... hat sich bei mir ein besagtes Gefühlswollknäuel gebildet. Ich weiß momentan nicht wo mir der Kopf steht, bin unendlich traurig, habe Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit und das Gefühl, dass mir niemand das geben kann, was ich brauche, nur die Menschen in meinen Träumen. Und Träume werfen mich jeden Tag aus der Bahn. Erst diese Nacht hatte ich wieder einen Traum, der zugleich wunderschön und furchtbar war. Ich liebe meinen Freund, wirklich, aber da war dieser Mann, älter als ich, fest im Leben stehend und an mir interessiert. Er hat mich einfach nur gehalten, hat von hinten seine Arme um mich gelegt und mir das Gefühl gegeben, das alles gut wird. Im selben Moment sehe ich meinen Freund, wie er mir einen unendlich traurigen Blick zuwirft und ich fange an zu laufen, will ihm erklären, dass da nichts ist und weiß selbst, dass da etwas ist. Aber ich kann ihn nicht finden und stehe plötzlich ganz woanders, wo wieder irgendeine Katastrophe stattfindet, die ich lösen muss und da ist er wieder, dieser Mann. Dieser Fels in der Brandung, der mich hält. Dieses kribbelnde Gefühl, dieser Wunsch mich umzudrehen und mich in seinen Armen zu verbergen, um all dem Trubel zu entfliehen, mich ihm voll und ganz hinzugeben und alles für ihn zu tun, nur damit er mich hält. Dieser eine Tag, dieses eine Ereignis hat meine komplette Gefühlswelt durcheinandergebracht. Ich fühl mich wie ein kleines Kind vor der großen Welt voller Monster und Verbrecher und kann nichts dagegen tun. Man könnte meinen es hat mich gebrochen. Er hat sich in eine Andere verknallt. Nicht verliebt, das ist mir klar, das sagt er mir immer wieder. Lieben tut er mich. Aber was hat sie was ich nicht habe? Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Und gerade jetzt, wo bei mir alles wieder blank liegt und ich bei jedem Wort anfange zu weinen, anfange mir Vorwürfe zu machen und mir wünsche ich könnte mich einfach verkriechen und nie wieder hervorkommen. Ich wünschte es würde diesen Mann wirklich geben, diesen Einen, der mich halten kann. Aber es gibt ihn nicht, es wird ihn nie geben. Nie...

9.11.14 17:28, kommentieren

Probleme anderer Leute...

... lassen sich immer wunderbar lösen. Mein Ex zum Beispiel hat damals nichts auf die Reihe gekriegt. Er war hoch verschuldet, weil er unbedingt Designermöbel haben wollte und sich keine Gedanken darüber gemacht hat wie er die Raten abbezahlen soll. Er war 3 Monate im Gefängnis für nicht bezahlte Zugfahrten, hatte ein mega Problem damit sinnvoll einzukaufen und ein schlechter Liebhaber. Nebenbei war er super anhänglich und als ich mit ihm schluss gemacht habe ist seine gesamte Welt zusammengebrochen. Ich habe ihm trotzdem immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden und habe ihm auf gut Deutsch in den Arsch getreten und heute? Heute hat er einen gut bezahlten Job, eine eigene hübsche Wohnung und hat sich vor kurzem seinen Traum vom Motorrad erfüllt. Nachdem er sich kurzzeitig durch die Weltgeschichte gevögelt hat, hat er nun eine Freundin, die er wohl rundum befriedigt. Freundinnen haben sich von ihren Mistkerlen getrennt und sind seither extrem aufgeblüht, haben ihr großes Glück gefunden und habens geschafft. Jeder hat irgendwie ein wundervolles, strukturiertes Leben, verdient Geld oder geht studieren und ich sitze zu Hause und kriege das Kotzen, wenn ich mich selbst ansehe. Ich gebs zu, ich lasse mich gehen, finde nicht mehr genug Motivation mich hübsch anzuziehen, geschweige denn abzunehmen. Ich habe dreißigtausend Dinge, die mir im Weg rumstehen und ich habe keine Ahnung woher ich die Energie nehmen soll sie anzupacken. Ich habe keine Ahnung wie ich eine Wohnung finden soll, geschweige denn einen Job. Ich hab immer nach Freiheit geschrien und hab trotzdem nie irgendwas alleine geschafft. Klar, ich hab gekellnert -dank meiner Mutter. Ich hatte ein tolles Langzeitpraktikum -dank meiner Mutter, die mich sonst rausgeschmissen hätte. Ich bin bei meiner Mutter ausgezogen -dank meiner Schwiegermutter in spe, die zugestimmt hat, dass wir bei ihr mit einziehen können. Ich fühl mich unglaublich falsch und kann nichts dagegen tun. Es ist so, als ob mein wahres Ich irgendwo tief in mir drin wie ein verkrüppelter Embryo liegt und verhungert. Ich bin schwach, nichtsnutzig, faul und eine ätzende Dramaqueen und das versuche ich mit allen Mitteln zu vertuschen. Erschießt mich doch einfach, bitte...

2.11.14 21:28, kommentieren

Wunde Punkte...

... sind extrem schlimm, wenn sie getroffen werden, vor allem, wenn man sich ihrer vorher nicht bewusst war. Ich weiß, dass ich auf gewisse Sätze allergisch reagiere und bei gewissen Tonlagen einfach in die Luft gehe, aber dieser eine Punkt war mir nie wirklich bewusst, bis mein Freund mir heute die Frage stellte. Wir sind mal wieder mit dem Hund spazieren gegangen und mal wieder habe ich mich fürchterlich über seine Besitzerin aufgeregt, weil sie ihn absolut vernachlässigt. Ich war fest entschlossen sie vor die Wahl zu stellen. Entweder sie übergibt uns den Hund oder sie übernimmt endlich Eigenverantwortung. Ich habe meinem Freund gerade erklärt, dass es für mich kein Problem wäre den Hund zu übernehmen, auch wenn ich ihn eigentlich nicht mag. Ich will einen großen Hund, was zum Anpacken, was mir blaue Flecken beim Spielen verpasst und mich umwirft, wenn ich nicht aufpasse. Dieser Hund ist eher klein, er kläfft und er ist unglaublich nervig -aber unwiderstehlich niedlich, wenn er was will. Und dann, gerade als ich dachte "Stimmt, ich mag ihn wirklich nicht." kam dieser Satz, diese Frage. "Kann es sein, dass du ihn nicht magst, weil du weißt, dass du ihn bald nicht mehr sehen wirst?" Bumm. Mir schossen die Tränen in die Augen und mir wurden schmerzlich all die Tiere bewusst an denen ich gehangen hatte und die ich nie wieder sehen würde. Meine Katze, die bei meinem Vater geblieben ist und von deren Tod ich über einen Blog erfahren musste. Mein Kater, der ebenfalls dort geblieben ist und mittlerweile auch alt ist. Meine Meerschweinchen, die ich abgeben musste. Mein Hund, der gestorben ist, als ich bei meinem Vater gewohnt habe. Meine zweite Katze, die ich erst vor kurzem verlassen habe, die bei meiner Mutter lebt. Die Ponys und Pferde, um die ich mich in meinem Praktikum gekümmert habe. Ich habe jedes einzelne verdammte Tier geliebt und ich werde sie alle nie wiedersehen. Ohne mein Wissen hat mein Unterbewusstsein wieder eine Mauer aufgebaut, eine Mauer zu diesem kleinen Wesen, was mich so furchtbar nervt, aber das ich so furchtbar gern hab, dass ich es nicht zulassen will. Immer wieder faszinierend solche wunden Punkte zu entdecken, aber auch unglaublich traurig. Wahrscheinlich stehe ich auch aus einem solchen Grund allerhand Eltern, vor allem meinen, gegenüber eher skeptisch da und suche Fehler in ihrem Verhalten. Ich will nicht enttäuscht werden, also enttäusche ich mich von vorneherein und fange an zu hassen. Applaus...

2.11.14 01:17, kommentieren

Wut, unglaubliche Wut

Ich frage mich immer wieder warum es sein muss, dass eine einzige Person einen derartigen Wutanfall in mir auslösen kann, dass ich ihr am liebsten den Kopf nach hinten drehen würde. Wie kann es sein, dass ein erwachsener Mensch mit mehr als 50 Jahren Lebenserfahrung einfach partout nicht mit seinem Geld wirtschaften kann und andere ausnutzen muss, um überhaupt über den Monat zu kommen? Wie kann es sein, dass diese Person es regelmäßig schafft sich in den "Opfer-Status" zu katapultieren und andere so zu manipulieren, dass sie uns mittlerweile hassen, weil wir angeblich die Bösen sind? Es macht mich fertig. Es macht mich wirklich richtig fertig und ich habe keine Chance etwas dagegen zu tun. Ich kann ihr den Geldhahn abdrehen, klar, aber das hindert sie nicht daran von unserem Essen zu essen. Meine Zutaten zu öffnen und im Kühlschrank verschimmeln zu lassen, weil sie plötzlich doch keine Verwendung mehr dafür hat. Unsere Fertignudeln wegzufressen, überhaupt alles mitzuessen und zu trinken was wir gekauft haben. Und am Ende jeden Monats beschwert sie sich, dass sie arme alte Frau arbeiten gehen muss, um uns über den Monat zu bringen. Dass die neue Kaffeemaschine von unserem Geld gekauft wurde zählt dann nicht mehr. Dass ich jeden Monat mehr als 150 Euro in diese Frau investiere wovon ich vielleicht mal 10 Euro am Ende des Monats wiederbekomme, das zählt nicht. Aber hauptsache unser Stromanbieter ist schuld, dass sie nicht von Anfang an den Strom angemeldet und bezahlt hat. Hauptsache alle anderen sind schuld, dass der Staubsauger kaputt gegangen ist und dass sie statt sich einen Neuen für 50 Euro zu kaufen, die Reperatur für 150 Euro abstottert. Hauptsache jeder gibt ihr Geld, kriegt nen feuchten Händedruck dafür zurück und ist abgrundtief böse, wenn derjenige keinen Bock mehr darauf hat sich ausnutzen zu lassen. Hauptsache der arme Hund kratzt sich seit Monaten zu Tode und sie kauft sich lieber neue Klammotten als mit ihm zum Tierarzt zu gehen. Hauptsache alle sind böse nur sie ist das arme kleine Opfer. Und hauptsache selbst Beleidigungen der übelsten Art um sich schmeißen und dann sagen "Schafft euch halt ein dickeres Fell an"... Es gibt Tage wie diese an denen ich mir einfach wünsche Psychopath zu sein. Kein Gewissen, keine Hemmschwelle. Klingt grausam, aber es wäre um so vieles einfacher. Oder strohdumm und glücklich damit, weil ich die Hälfte sowieso nicht verstehen würde. Das ist doch kein Leben...

27.10.14 20:11, kommentieren

Wenn man nicht mehr weiß...

... wohin mit seiner ganzen Wut, Trauer und Enttäuschung ist das ein ganz furchtbar jämmerliches Gefühl der Hilflosigkeit. Meine Nerven sind blank und es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass ich sage "Ich will nicht mehr." Ich will mich nicht mehr mit Menschen rumschlagen müssen, die sich über ihr ach so schweres Leben beschweren und meins im gleichen Atemzug noch schwerer machen. Ich will mich nicht mehr um anderer Leute Probleme kümmern müssen, will nicht mehr von anderen Leuten abhängig sein. Ich will nicht mehr hilflos zusehen müssen wie alles was ich mir aufbaue wieder zerbricht. Ich will nicht mehr so viel Pech haben, dass ich es kaum aushalte. Ich will nicht mehr, dass zu jedem gelösten Problem fünf Neue kommen. Ich will nicht mehr diesem elendigen Stress ausgesetzt sein. Ich will nicht mehr mit undankbaren, grausamen Menschen verkehren müssen. Ich will einfach nur noch meine Ruhe, will erholen, will mich um mich kümmern können. Ich will niemanden mehr mit durchfüttern, will mir keine Vorwürfe mehr anhören müssen, die völlig unbegründet sind. Mit jedem Tag hasse ich mehr und mehr, mit jedem Tag werde ich wütender und verzweifelter. Und mit jedem Tag denke ich mir immer öfter "Kann mich bitte jemand erschießen?". Es gibt eins was ich in all den Jahren gelernt habe: Wenn du wirklich Hilfe brauchst ist kein Mensch für dich da, egal was dir vorher versprochen wurde.

1 Kommentar 17.10.14 14:32, kommentieren

Eltern und die verzerrte Wahrnehmung

Zwei Phänomene, die anscheinend sehr gut miteinander auskommen. Nehmen wir meine Schwiegermutter in spe. Wir sind aus zwei Gründen zu ihr gezogen: 1.) Sie hätte die Wohnung alleine nicht halten können, wollte jedoch nicht noch einmal umziehen 2.) Wir wollten bei meiner Mutter ausziehen, weil es dort diverse zwischenmenschliche Probleme gab.

Wir haben ihr beim Umzug unter extremen Bedingungen geholfen, haben ihr die Bude mit renoviert, haben die Möbel mit aufgestellt, sind länger geblieben, damit sie von unserem Geld am Anfang mit leben konnte und so weiter und so fort. Nachdem sie zwei Monate hier wohnte, sind wir dazugekommen und haben ausgemacht, dass wir das hintere Zimmer bekommen und die Wohnstube Gemeinschaftszimmer ist. Ich zähle einfach mal die "Probleme" auf, die uns nach und nach immer wieder vorgeworfen wurden und ebenso meine/ unsere Erklärung dafür.

1.) "Und wo soll ich meine Klamotten jetzt hinpacken?! Ich will nicht, dass die verraucht sind!" -> Es war von Anfang an klar, dass wir das hintere Zimmer nehmen. Sie hatte nichts dagegen einzuwenden. Sie ist selber Raucher und überall in der Wohnung wird geraucht. Und plötzlich ist es völlig überraschend, dass wir nicht mit ihren Kleiderschränken im Zimmer leben wollen, wo sie tagtäglich ran muss? Ich glaube das reicht an dieser Stelle als Erklärung.

2.) "Bohrt doch endlich mal die Löcher für die Lampen, die Duschvorhangstange und meine Gardinenstange!" -> Wiederholt sie jeden Tag, den sie da ist. An die Decke bohren macht mein Freund nicht, weil er keine Ahnung hat wo die Kabel lang gehen und wie die Deckenbeschaffenheit ist. Hat er auch von Anfang an gesagt. Wir besitzen zwar keinen Duschvorhang, aber die Stange MUSS unbedingt JETZT ran. Für alles zusammen fehlen Schrauben, die ich schon einmal erwähnt habe, die aber auch partout nicht eingekauft werden, warum auch? Man kann sie ja herzaubern. Genauso wie den Duschvorhang. Is klar.

3.) "Sucht euch doch mal Arbeit!" -> Wir suchen Arbeit, nur ist das nicht so einfach, wie sie sich das vorstellt. Ich möchte mal ne Ausbildungsstelle samt Berufsschule sehen, die erst nachmittags beginnt, weil ich keinen Führerschein habe und auf die hier sehr spärlich gesäten Öffis angewiesen bin. Zumal ich für dieses Jahr den Ausbildungsstart lange verpasst habe, weil der Umzug kurzfristig anstand und ich mich sowieso erst für nächstes Jahr bewerben kann. Was ich tue, kriegt sie aber nicht mit, weil ichs über ne Maßnahme des hiesigen jobcenters mache. Interessiert sie aber auch nicht, weil man ja nen Nebenjob machen könnte. Ohne Auto. Auf nem Dorf, aus dem nur ein Bus raus fährt, aber nicht wieder rein. Ohne körperlich anstrengende Arbeit, weils der Rücken nicht mitmacht.  Nochmal zur Erinnerung: Wir sind hauptsächlich für sie hierher gezogen, vor allem ich hab mich vorher wahnsinnig gesträubt, hab mich aber breitschlagen lassen. Böser Fehler.

 

4.) "Ich bin ja für euch auch nur der Arsch, der alles macht!" -> Bitte, wie? Haben wir sie um irgendwas gebeten, seitdem wir hier sind? Jap, um ein paar Fahrten in die nächstgrößere Stadt oder nach Polen, um [b]gemeinsame[/b] Dinge einzukaufen, wie Essen und co. kg. "Das sagt doch keiner!", sagen wir und dann kommt "Aber ihr denkt es!". Ja, ne. Is klar. Ich kann gut alleine abwaschen, saugen, Ordnung halten und dergleichen, aber wenn sie schon die Krise kriegt, wenn 3 Tassen und 4 Teller an der Spüle stehen, was für mich Wasserverschwendung ist, dann kann ich da irgendwo auch nichts für. Hat sie ja keiner drum gebeten ständig alles zu machen. Nachfragen, ob wir das machen, tut sie aber auch nicht. Wär ja auch zu einfach.

5.) "Am Anfang haben wir auch mal was zusammen gemacht und jetzt ignoriert ihr mich!" -> Jup. Am Anfang hats auch noch Spaß gemacht, bis jedes Mal, wenns grad am Schönsten war irgendein Vorwurf kam. Jedes Mal. Jeder ignoriert Menschen, die nur am jammern und meckern sind irgendwann.

6.) "Wir könnten ja auch ruhig mal zusammen essen und nicht jeder wie er will und wann er will!" -> Darüber musste ich lachen, innerlich versteht sich. Ich bin am Anfang in diese Familie gekommen und es gab nichts was man gemeinsam gemacht hat, außer mal irgendwo hinzufahren. Man hat nicht gemeinsam gefrühstückt, nur selten gemeinsam Abendbrot gegessen, etc. pp. Habs einmal angesprochen und da kam die Antwort "Nö, das haben wir noch nie gemacht." Nu hab ich mich dran gewöhnt und plötzlich ists falsch? 

7.) "Ich werd ständig drauf angesprochen wo ihr seid und was ihr macht, was meint ihr wie ich mich dabei fühle?" -> Hab ihr schon zig mal gesagt, dass sie die Leute bitte bei uns vorbeischicken möge, damit ich ihnen ihre Fragen persönlich und aus meiner Sichtweise beantworten kann. Macht sie auch nicht, seltsam.

All diese Diskussionen haben wir schon zig mal geführt, immer mit demselben Ergebnis: Sie zieht beleidigt ab, ich bin auf 180 und kann meine Wut kaum kontrollieren und die nächsten 2-3 Tage herrscht eisiges Schweigen, bevor wieder irgendwas kommt.  Dass wir ihr seit wir Geld bekommen ständig auslegen müssen, uns draußen um den Garten kümmern -undzwar exzessiv-, den Schuppen aufgeräumt haben, ihren ganzen Müll aus dem Carport geschafft haben, damit man da vernünftig rein kann, dass wir ihren Umzug geschmissen haben, weil kein anderer da war, dass wir uns mit ihrem ehemaligen Vermieter zu ihrem Schutz angelegt haben und beinahe Anzeigen kassiert hätten, dass wir uns ebenfalls am Haushalt beteiligen, dass wir alleine die Einkäufe bezahlen von denen sie fleißig mitfuttert, dass wir unseren Teil der Miete und vom Strom und alles zahlen und dass wir unser eigenes Leben haben, das ist alles egal. Zählt nicht. Wir haben nie ein "Dankeschön" bekommen, nie eine kleine Aufmerksamkeit, nie ein "Das ist toll, dass du das gemacht hast!" sondern höchstens ein "Haste's auch endlich geschafft, ja?", nicht ein einziges Mal. Aber wir haben an allem schuld. Grundsätzlich, egal bei was. Ist auch nicht das erste Mal, dass ich das alles höre und natürlich hab ich mich zwischenzeitlich gefragt, ob bei mir was schief läuft. Tut's aber nicht. Ich hab nur eben meinen eigenen Rhythmus und mit dem kommt anscheinend niemand außer mir und meinem Freund klar. Doch, der Hund! Der ja nichtmal mir gehört, aber den wir auch ständig 'sitten' durften, was uns nie gedankt wurde. Yehaw.

25.9.14 17:32, kommentieren

Von kleinen Lichtblicken & Backfisch.

Hm. Schon doof, wenn einem der Titel einfällt, man im Prinzip weiß, was man schreiben möchte, nur der Anfang fehlt. Ich komm am besten nochmal rein!

 Manchmal in meinem Leben gibts doch auch tatsächlich einmal Lichtblicke und schöne Momente und nicht nur dieses düstere Gedankenkauderwelsch, das mich so oder so meistens des Nachts überfällt, wenn ich mich nicht mehr mit irgendwas anderem beschäftigen kann. (Wie viele Nebensätze waren das jetzt?!) Gestern zum Beispiel erhielten wir relativ spontanen Besuch aus NRW, nette Menschen, die wir aus einem kleinen Browsergame kennen und die gerade quer durch Deutschland und Polen fahren, um neben dem Studium und Arbeit etwas zu erleben. Geile Sache! Wir hatten auf jeden Fall recht viel Spaß miteinander, haben eben das unternommen, was es hier zu unternehmen gibt (Nicht viel, im übrigen ... ) und haben uns dann heute Morgen verabschiedet. Wobei es mich immer noch fasziniert, dass ich nach all der Zeit innerhalb von Sekunden nach einem Klopfen an der Tür wach bin, aufstehe, mich anziehe und quasi voll da bin, während ich beim Weckerklingeln noch mindestens eine halbe Stunde Anlaufzeit brauche. Liegt daran, dass wenn meine Mutter früher morgens an meine Tür geklopft hat, ich zum größten Teil verpennt habe und innerhalb von 10 Minuten aus der Haustür raus sein musste. Nun gut, jedenfalls war es alles in allem mal wieder sehr schön einem anonymem Kontakt aus dem Internet ein Gesicht und eine Stimme zuordnen zu können! Auch wenn es mir mehr als peinlich war sie in die Wohnung zu lassen. Ich fühl mich selbst hier nicht wohl, also wie muss es dann erst auf Außenstehende wirken? Ich weiß jedenfalls, was ich gedacht habe, als ich zum ersten Mal mit der Familie meines Freundes in Kontakt kam und naja... Ich glaube das muss ich nicht weiter ausführen. Der Wunsch nach einem eigenen Heim, wo ich schalten und walten kann wie ich will wird dadurch nur noch stärker.

Außerdem gab es heute dann noch einen Erfolg zu verzeichnen, jawollja! Der wurde auch dringend benötigt, nachdem eine Etage unseres Zusammensteckkomposts nun irreperabel zerstört ist. Da unser Dorf irgendwie ein Dorf voller Angler ist, haben wir netterweise einen in 'Steaks' zerhackten Hecht bekommen. Blöderweise hatten weder ich noch das andere weibliche Wesen eine Ahnung wie genau man jetzt aus den 'Steaks' (die doch sehr großzügig geschnitten waren) Filets zum Braten macht und vor allem ohne wirklich scharfes Messer. Also haben wir ein 'Steak' erst einmal brutal verunstaltet, bis ich mich schließlich daran erinnert habe, dass man Fisch auch gut im Backofen zubereiten kann. Gesagt - getan. Das nebst mir hier lebende weibliche Wesen hat dann ihre brutal verunstalteten Filets mit etwas Mehl paniert und in der Pfanne gebraten, während ich 3 'Steaks' gesalzen und mit etwas Kräuterlingen (Diese kleinen grünen Dosen, nennen sich halt Kräuterlinge und gibts in verschiedenen Gewürzkombinationen, ich nehm am liebsten die Gartenkräuter) versehen in Alufolie eingewickelt und bei 220° Ober- und Unterhitze in den Backofen geschoben hab (30 Minuten +- habnichtaufdieuhrgeschautaberwardurchundschönzart!). Und mal ehrlich Leute, ich war sooo unendlich stolz auf mich wegen diesem blöden Fisch, weil der so verdammt gut geschmeckt hat! xD (<-- Total seltene Smilieattacke und so!) Nagut, beim Fisch essen verhunger ich immer halb, weil ich diese verdammten Gräten feinsäuberlich Stück für Stück aussortiere, aber es war trotzdem lecker und sättigend und brauchte auch keine Soße. Nur mehr Kräuterlinge.

Ich sollte vielleicht dazu erwähnen, dass ich ein Gewürzefanatiker bin. Und wenn ich schreibe "Fanatiker" meine ich Fanatiker. Es kommt des Öfteren mal vor, dass mir eine Salz-Pfeffer-Mischung jegliche Süßigkeit ersetzt und auch diese Kräuterlinge machen mich wahnsinnig süchtig. Wenn ich mich nicht beherrsche lutsch ich über den Tag verteilt eine komplette Dose aus. Pur, ohne irgendwelches Gemüse oder sonstiges. Einfach das Gewürz auf die Hand oder auf einen Teller, Finger drin eintunken und ablutschen. Oh Gott ich will nicht wissen wie vielen Menschen grad ein eiskalter Ekelschauer über den Rücken geht, hihi! Ich weiß, dass zu viel Salz und alles nicht gesund ist und ich trinke nach solchen "Suchtattacken" auch extrem viel, aber es schmeckt einfach unglaublich gut. Da kann einfach keine Chipssorte oder sonstiges mithalten. Essen ist bei mir auch grundsätzlich deftig und für so manchen Geschmack überwürzt. Mir schmeckts aber halt einfach besser und meinen Freund störts auch nicht. Wobei der ja meinen Triumph heute nichtmal angemessen würdigen kann, weil die olle Maulbacke ja keinen Fisch isst. Tze.

19.9.14 23:09, kommentieren

Rico?

Wo wir gerade dabei sind von Freunden zu reden, mir fehlt einer ganz besonders. Seltsamerweise ist gerade er es, den ich nie sehen konnte, weil immer das Geld gefehlt hat. Mit diesem Gedanken ist mir auch mein ehemaliger Blog eingefallen, der zu meinem Erstaunen noch existiert. Dennoch möchte ich ihn nicht unbedingt wieder hervorkramen, reicht, dass ich ein paar Einträge gelesen habe und mir das Würgen kam bei all den Erinnerungen. Die Hoffnung ist, dass Rico, der meinen damaligen Blog kannte, vielleicht auf diesem Weg mal wieder seinen werten Hintern ins ICQ bewegt und dort nachliest, dass er mir doch bitte eine Mail schreiben soll. Es ist mittlerweile 3 Jahre her seitdem ich das letzte Mal etwas von ihm gehört habe und mittlerweile ist jegliche Informationsquelle, wie ich ihn eventuell erreichen könnte, erschöpft. Also warum nicht einfach wahnwitzig darauf hoffen, dass er das hier liest? Noch so ein Gefühl, das ich nicht mag. Verzweiflung.

18.9.14 02:38, kommentieren

Im Grunde genommen...

... habe ich einen Bekanntenkreis in ganz Deutschland. Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und so weiter und so fort. Seitdem es Facebook und co. kg. gibt hat man ja auch mehr oder minder regelmäßig Kontakt zueinander, man chattet und telefoniert mal ein bisschen, aber was mir derzeit fehlt sind wirkliche Freunde. Menschen mit denen ich mich verabreden kann, die ich sehen und anfassen (Warum winkt mir grad der Pädobär? *grusel*) kann und mit denen ich einfach etwas unternehme und dabei Spaß habe. Mein ganzes Leben lang ziehe ich eigentlich schon von einem Bundesland ins Nächste, auf der Suche nach einem festen Heim, das ich nicht in den nächsten 1-2 Jahren wieder verlassen muss oder möchte. Nur irgendwie ergibt es sich nie, dass ich einmal dort hin ziehe, wo sich meine Bekannten aufhalten. Immer muss ich mit dem Zug elendig lange Strecken auf mich nehmen, zu denen mir meistens auch noch das Geld fehlt. Umso schlimmer ist es dann solche Youtuber wie LeFloid, iBlali, Gronkh, etc. zu sehen, wie sie mit Freunden gemeinsame Videos drehen, sich an Video Days treffen und so weiter und so fort. Ich sitze jedes Mal da, schau mir diese Videos an und denke "Mann... Das hätte ich auch gerne wieder!". Es ist nicht so, dass ich in meiner Vergangenheit Schwierigkeiten gehabt hätte Kontakte zu knüpfen, ganz im Gegenteil. Ich hatte eine Menge Freunde mit denen ich beinahe täglich etwas unternommen habe und sei es nur irgendwo rumsitzen, rauchen und sich unterhalten, ohne unbedingt gleich sich ins nächste Abenteuer zu stürzen. Aber wenn man quasi alljährlich den Freundeskreis wechseln muss, stumpft man irgendwann ab. Keine Freundschaft hält, wenn man hunderte von Kilometern überbrücken muss. Es ist dann zwar schön denjenigen wiederzusehen, aber trotzdem steht irgendwie immer irgendetwas zwischen uns. Und dann kommt die Sehnsucht nach 'früher' mit einem Schlag und zerfrisst mich von Innen. Es wäre so unglaublich schön, wenn ich es nur einmal schaffen könnte wirklich irgendwo 'anzukommen' und zu wissen, dass ich diese Menschen, die ich so mag, nicht mehr hergeben muss. Natürlich gibt es Streit, natürlich kann man sich auseinanderleben, aber irgendwo gehört es dazu und ist nicht so ein heftiger Cut. "Glatte Brüche heilen besser.", aber nicht die der Seele. Sie vernarben und ziepen, tun weh und bringen einen zum Weinen, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann. Sie machen einen schwächer und träger und lassen einen vorsichtiger werden. Ich fühle mich, als würde irgendetwas hinter mir stehen und schon darauf warten mich zu meinem nächsten Lebensabschnitt zu hetzen. Zur nächsten neuen Wohnung, zu den nächsten neuen alten Problemen, zum nächsten Freundeskreis, der doch nicht bestehen bleibt. Es ist dieses Gefühl in einer Menschenmenge zu stehen und doch einsam zu sein. Und ich hasse dieses Gefühl.

3 Kommentare 18.9.14 02:09, kommentieren