Gedankliche Tiefen

Die Matrix-Idee...

... möchte ich an dieser Stelle einmal aufgreifen, vielen Dank für den Kommentar.

Neulich habe ich irgendwo aufgeschnappt, dass es tatsächlich Wissenschaftler gibt, die versuchen die Matrix-Theorie zu beweisen. Stellen wir uns also einmal vor all das hier wäre eine erfundene Welt, um uns in Schach zu halten und als Nahrungsquelle zu benutzen. Eine fiktive Realität in der alles eine Codereihenfolge hat. Plötzlich hätten unerklärliche Dinge, wie z.B. UFO-Sichtungen, Illusionen, Déja-Vu's und wasweißichnicht was es noch alles gibt einen Sinn. Umprogrammierung oder einfach die Tatsache, dass in richtigen Momenten in die Geschehnisse eingegriffen werden muss, um uns bei Laune zu halten. Man könnte es allerdings auch so deuten, dass es irgendwo da draußen eine Art 'Tierschützer' gibt, die vergebens versucht uns durch solche Dinge auf unsere eigentliche Irrealität aufmerksam zu machen. "Ich denke also bin ich." ist ein berühmter Satz eines Philosophen. Fragt mich nicht nach dem Namen, Philosophie war zwar mein Fach, aber wichtige Persönlichkeiten kann ich mir grundsätzlich schlecht merken. Wichtig ist, dass dieser Satz überhaupt jemals niedergeschrieben wurde -und das wahnsinnig lange Zeit vor diesem netten Film "Matrix". Es ist jedenfalls schonmal bewiesen, dass wir in irgendeiner Form existieren. Zumindest weiß ich, dass ich existiere, kann jedoch nicht beweisen, dass die Menschheit um mich herum existiert -was im Übrigen ein schwer gruseliger Gedanke ist. Naja, jedenfalls existiere ich. Das, was um mich herum als "Realität" existiert, kann ich jedoch nicht beweisen. Ich kann es sehen, fühlen, hören, schmecken, aber ich kann nicht sagen, ob nicht all das eine Täuschung ist. Somit wäre die Erklärung für allgemein den Glauben bzw. die Religionen, dass der Glaube dazu benutzt wird, um uns in dieser Realität festzuhalten. Denken wir einmal an Darvin mit seiner Evolutionstheorie oder an DaVinci mit seinen Theorien. Alle Wissenschaftler wurden von gläubigen Menschen verhetzt und teilweise sogar für ihre Gotteslästerung exekutiert. Was sagt uns das? Da will jemand nicht, dass wir forschen, nachhaken und nachfragen und solange es nur einzelne Menschen sind, die das infrage stellen, was um uns herum geschieht und auch wirklich glauben, dass wir in einer Matrix leben und sie zerstören wollen, können diese Menschen aus dem Weg geräumt oder wieder bekehrt werden. Nehmen wir Naturkatastrophen dazu. Ein Tsunami wütet über den Globus, reißt abertausende Menschen in den Tod. Was macht man automatisch? Man betet in Zeiten der Not, findet seinen "Glauben" wieder und wenn es nur der Glaube daran ist, dass alles einen Sinn hat.

 Wenn man nun also diesen Matrixcode knacken würde, hätte man eine Realität, die man jederzeit in alles umschreiben könnte. Man könnte uns auf den Mond teleportieren (bzw. auf unsere Vorstellung des Mondes) oder mal eben die ganze Oberflächenstruktur in einen Urwald verwandeln. Wir hätten eine Unendlichkeit an Ressourcen, könnten unsere Ozonschicht ständig regenieren und wären wohl die glücklichsten Wesen, die man so kennt. Oder aber man könnte alles zerstören, was existiert, der absolute und ultimative Weltuntergang. System löschen und alles hat sich erledigt. Aber um was wollen wir wetten, dass nie irgendjemand den Code knacken wird? Meinetwegen stünden sie alle kurz davor, aber dann -oh Schreck!- würden sie entweder einen Rückzieher machen oder irgendeine Katastrophe würde sich plötzlich ereignen und die Wissenschaftler samt ihren Notizen und Sicherheitskopien auslöschen. Es sei denn jemand hätte den Code bereits geknackt und spielt nun Gott. Schickt hier mal zwei-drei Länder in den Krieg, lässt hier mal ein paar Hurricanes durchrasen und würde Schritt für Schritt den Klimawandel beschleunigen, um uns alle irgendwann sterben zu lassen.

Sterben, noch so ein Thema. Menschen, die jung sterben, sind sie nur ein Happen für zwischendurch? Gibt es wie in der Schweinemast etwa Zuchttiere und Masttiere? Oder ist selbst unsere Zeitwahrnehmung dermaßen kontrolliert, dass wir im Grunde genommen allesamt gerade einmal 'reif' sind, wenn wir in unserer Vorstellung asbach uralt sind und diese ganzen jungen Menschen, die sterben, sind so etwas wie Fallobst? Gibt uns die Natur einfach raffinierte Vorgaben aus dem System derjenigen, die uns in unsere Realität versetzt haben?

Ich kann leider gerade nicht mehr allzu klare Gedanken fassen, da ich a) eigentlich schon ins Bett wollte und mir b) mein Freund quasi über die Schulter guckt, was ich so rein gar nicht ab kann. Zum Denken muss man alleine sein, ansonsten kann man es einfach nicht. Zumindest ist das meine Meinung. Wäre schön, wenn sich vielleicht ein paar Menschen finden, die das Risiko auf sich nehmen möchten diesen Gedanken mal weiterzuspinnen. Ihr wisst ja bescheid, wenn ich plötzlich nicht mehr da bin oder mein Blog auf mysteriöse Art und Weise in den Weiten der Datenwelt verschwunden zu sein scheint. ;-)

17.9.14 03:26, kommentieren

Ist es neuerdings ein Trend...

... über sein Gewicht, Magersucht und solche Scherze zu bloggen? Scheint ja eine ganze Gemeinschaft hier bei myblog zu geben. Ist es wirklich das, was die Menschen hier lesen wollen? Oder ist es neuerdings ein Teil der Therapie Tipps & Tricks zu Sport, Essen und schnellem Abnehmen zu bloggen? Mal ganz ehrlich Leute, hackt es bei euch noch?

Ist ja alles schön und gut, dass ihr krank seid, nicht aufhören könnt, euch austauschen wollt. Kann ich alles verstehen. Aber auf dieser Plattform gibt es nicht nur euch, es gibt Menschen, die instabil sind, eure Blogeinträge lesen und sich denken "Warum probiere ich das nicht auch mal? Scheint ja nicht schlimm zu sein und ich muss unbedingt mein Fliegengewicht noch weiter runterkriegen, ist ja modern so!". Verkehrte Welt... Ich habe Übergewicht und das Einzige, was mich daran stört ist, dass Modeketten á la C&A anscheinend nur Kleidergröße Zero, XS und S führen. So bin ich leider gezwungen in solchen Läden in der Männerabteilung einzukaufen, wenn ich mal einen Kuschelpullover haben möchte, denn das weibliche XL ist ja mittlerweile auch nur noch höchstens ein M. Und, sehe ich scheiße aus, weil ich mehr auf den Rippen hab? Nö. Ich habe einen schlanken, gutaussehenden Freund, der mich und meine Kurven so liebt, wie sie sind. Ich kann mich trotzdem oder gerade deswegen sexy anziehen. Ich bin nicht fett, sondern habe eine normale Figur. Ich bestell mir meine Klammotten einfach ein paar Nummern größer und geb einen Dreck darauf, wenn mich die Verkäuferin schief anguckt. Oder ich bestell gleich im Internet. Ich werde auf der Straße nicht seltsam angeguckt, weil ich kein size zero Magermädchen bin. Menschen mögen mich, auch wenn ich nicht den Stars auf den Hochglanzmagazinen entspreche. Und meine physischen Krankheiten hätte ich auch bekommen, wenn ich size zero hätte. Ihr könnt mir nicht erzählen, dass ihr unbedingt schlank sein müsst, um gesund zu bleiben oder glücklich zu sein. Das Einzige, was euch zum Glück verhelfen könnte wäre ne Therapie und nicht, dass ihr auf öffentlichen Plattformen euer Leid klagen könnt. Ihr zieht andere mit, ermutigt euch gegenseitig zum weiteren Magerwahn, zu weiteren Essstörungen und Sportticks. Stoppt es doch mal selbst, zieht doch wenigstens ein einziges Mal einen klaren Gedanken und hört auf über einen solchen Schwachsinn zu bloggen. Es hilft euch nicht, ganz im Gegenteil. Es bestätigt euch nur in eurer Krankheit.

Wann versteht ihr das endlich?

16.9.14 16:21, kommentieren

Hallo Spammer!

Na kaum hat man einen Blog, da darf man schon die ersten Einträge löschen, aber dennoch möchte ich dir, lieber Spammer, die Aufmerksamkeit geben, um die du so rührend gebettelt hast. Dein geistlicher Erguss über deine physischen Ausscheidungen war sowas von inspirierend und faszinierend! Ja, man könnte fast meinen, da steckt ein Geniestreich dahinter! Du bringst die Tatsachen auf den Punkt, mein Freund und das ist absolut bewundernswert. Du, ja genau du, bist der Grund warum ich mir jeden Tag wünsche einfach einen IQ zu haben, der gerade so zum Atmen reicht, denn offensichtlich bist du damit mehr als glücklich. Ich bin ja so neidisch!

1 Kommentar 16.9.14 02:41, kommentieren

Kennt ihr...

... diese Menschen, die Regeln aufstellen und sich selbst nicht dran halten? Diese Menschen, die immer nur Vorwürfe machen und ihre eigenen Schwächen nicht eingestehen können? Diese Menschen, die einem immer die Schuld geben, egal ob man es tatsächlich war oder nicht? Diese Menschen, die einem jeden einzelnen Fehler vorhalten, wollen, dass du dich änderst und von sich selbst behaupten sie seien zu alt für Veränderungen oder anstehende Arbeiten? Diese Menschen werden im Volksmund auch gerne Eltern genannt. Natürlich sind sie im besten Falle immer für uns da, leiten uns, sind unsere Vorbilder. Wir haben ihren Stempel aufgedrückt bekommen, sind zum Großteil das, was sie sind. Und trotzdem oder gerade deshalb fällt es ihnen so unglaublich schwer uns als eigenständige Wesen anzusehen, die selbstständig ihr Leben fühlen und eben auch einen Teil in sich tragen, der nicht durch sie geprägt wurde.Sie müssen mit der Zeit lernen, dass wir keine Küken mehr sind, sondern flügge werden. Aber es gibt Elternteile, die absolut lernresistent sind und mit denen das Zusammenleben immer schwieriger wird. Aktuell lebe ich mit einem solchen Elternteil unter einem Dach, mehr oder weniger freiwillig. Es ist nicht mein Elternteil, so viel sei gesagt. Aber es ist faszinierend, dass ich automatisch unter die Fittiche genommen und begluckt werde. Manche Kinder finden das toll, sie folgen jeder Anweisung, sind fleißig, gehen voll in dem Lebensstil ihrer Eltern auf. Ich war noch nie so, das komplette Gegenteil, das "Monstrum" von Kind, vor dem alle Eltern sich fürchten. Versteht mich nicht falsch, ich war nie drogenabhängig, habs noch nie mit dem Alkohol so übertrieben, dass ich irgendeine Scheiße gebaut habe oder Sonstiges. Im Grunde bin ich im Vergleich zu anderen Kindern ein Engel gewesen. Aber ich war automatisch immer an allem Schuld und das zieht sich bis heute. Ich war, laut Aussage eines Elternteils, schuld daran, dass die Familie zerbrochen ist. Ich war schuld daran, dass es ständig Streit gab. Ich war Schuld an dem finanziellen Ruin. Und so weiter und so fort. Damit hats angefangen und so gehts weiter. Fehlt eigentlich nur noch, dass der Elternteil, der hier mit wohnt, mir vorwirft, dass ich meinen Freund versaut hätte. Wobei selbst das schon in Andeutung rüberkam. Mir wurde mein Leben lang eingeflüstert, dass es schädlich ist mit mir zusammenzuleben und warum? Weil ich meinen eigenen Lebensrhythmus habe. Ich bin langsamer, als andere. Ich bin nicht mit Vollspeed durch die Schule gerast, hab nicht noch vor meinem Abschluss einen Ausbildungsplatz gehabt, bin nicht ausgelernt gleich in meinem Beruf durchgestartet, hab nicht gleich Geld verdient. Ich räume nicht sofort alles weg, was ich benutzt habe, mein Abwasch steht meisten 3 Tage bis es sich in meinen Augen lohnt ihn zu machen. Viele, sehr viele, sagen ich bin faul, nur wenige wissen, dass es nicht so ist. Ich brauche einfach meine Zeit, dann komme ich auf Hochtouren. Und wenn ich einmal auf Hochtouren bin, dann wird alles erledigt, was es zu erledigen gibt. Mittlerweile vergesse ich auch nicht mehr so schnell Dinge. Sie bleiben stehts im Hintergrund in meinem Kopf, schön abgelagert unter "Derzeit nicht möglich, weil irgendetwas noch nicht passt". So z.B. müssen hier noch einige Schränke, der Duschvorhang und eine Gardinenstange angebracht werden. Genauso wie Lampen, ordentliche Lampen. Aber all das ist nicht möglich, weil die Schrauben fehlen und für die Lampen das Know-How. Trotzdem werden sie mir und meinem Freund immer wieder vorgeworfen. Ich sage schon seit Ewigkeiten "Dann lasst uns mal zum Baumarkt fahren und Schrauben kaufen!" Nope. Man kann sie sich ja auch umsonst von irgendwoher holen. Macht aber keiner, bzw. diejenigen, die sie gefragt haben, haben nun mal keine. Dementsprechend angekratzt bin ich irgendwann. Es stresst mich, dass ich die Dinge nicht erledigen kann, weil mir die Sturheit der anderen im Weg steht. Ich bin ziemlich empfindlich was Stress angeht, meine Nerven liegen seit längerer Zeit blank, seitdem ich die Mauer um meine Gefühle herum Stück für Stück abgebaut habe. Seitdem zucke ich bei jedem lauten Geräusch zusammen, kriege Herzrasen, wenn geschrien oder gejohlt wird und habe das Bedürfnis bei jedem falschen Wort einfach zu explodieren und meinen Gegenüber seelisch auszuziehen. Wissen ist Macht und ich kenne zu viele Wege, um die innersten Gefühle eines Menschen nach außen zu kehren und ihn damit zu zerstören. Das ist das Einzige, was an mir schädlich ist. Aber ich wende es nicht an, auch wenn ich es könnte und manchmal auch will. Es geht gegen meine Natur und es reicht schon, dass ich manchmal ausversehen einen wunden Punkt von meinem Gegenüber erwische, bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, wie meine Worte wirken. Trotzdem würde ich dem Elternteil manchmal gerne sagen, was ich wirklich denke. Aber der Elternteil erträgt es ja noch nicht einmal, wenn ich Konter gebe und sage, dass ein Zusammenleben auf Gegenseitigkeit beruht und nicht auf einen Diktator, der das sagen hat, während alle anderen spuren. In manchen Lebenssituationen mag eine solche Führungspersönlichkeit hilfreich sein, aber definitiv nicht, wenn es um ein ganz normales Zusammenleben geht, bei dem man sich respekt- und rücksichtsvoll verhalten sollte. Ich bin erwachsen, ich habe meine Privatsphäre und meinen Rhythmus. Ich habe mich schon für meinen Teil sehr angepasst, aber ich sehe es nicht ein den gesamten Weg zu überbrücken. Andere müssen auch ihren Teil erfüllen.

2 Kommentare 15.9.14 15:08, kommentieren

Wird langsam zur Gewohnheit...

... dass ich zwei Einträge schreibe.

Aber die Tastatur ist nunmal wesentlich einfacher zu bedienen, als ein Stift. Normalerweise hatte ich ein Buch für solche Dinge. Naja, was heißt ein Buch, mehrere. Einfach um die Gedanken loszuwerden. Aber warum nur für mich schreiben, warum nicht mit der Welt teilen? Mal ein Seelenstriptease im Internet, yehaw! Es gibt so unendlich viele Blogs und Youtubevideos und ach was weißichnicht alles für Zeugs. Also warum nicht einfach dem Strom hinterherschwimmen und auch einmal alles öffentlich machen?

Ich hab keine Ahnung ob den Schmarrn hier überhaupt jemand liest. Ob überhaupt jemand durchsteigt durch all das Zeug, was ich hier direkt aus meinem Kopf auf den Bildschirm übertrage. Mal ganz zu schweigen davon, dass jemand es wirklich mal verstehen würde. Ich meine nicht diesen "Aha!"-Effekt, sondern ich meine das mitfühlen, das miterleben, beim Lesen versinken und denken. Sich Gedanken machen zu Gedanken. Seltsam, irgendwie. Ich weiß nicht warum ich dieses unbezwingbare Bedürfnis habe zu schreiben, aber ich habe es seit nunmehr sieben Jahren. Sieben Jahre in denen ich immer wieder zum Stift gegriffen habe, um etwas aus meinem Kopf loszuwerden. Ich bereite diese Texte nicht vor, ich schreibe einfach das, was mir gerade durch den Kopf geht. Meistens springe ich dadurch von einem Thema zum Nächsten, aber das werdet ihr vielleicht schon mitbekommen haben. Ganz am Anfang ist dort immer nur ein Satz. Ein Satz auf dem alles aufbaut was ich schreibe. Ein Satz, der mir durch den Kopf geht und dessen Assozziationen ich folge. Ich verbinde einfach eins nach dem Anderen, rede quasi gedanklich mit mir selbst, nur um dann zu einem Punkt zu kommen an dem mein Hirn leer ist. Und manchmal, so wie in letzter Zeit, will es partout nicht leer werden. Als würde es kurz vorm Explodieren stehen und ich habe keine Ahnung welchen Draht ich durchschneiden muss, um die Detonation zu verhindern.

Kontrolle, das Thema in meinem Leben. Ich habe noch nie so wirklich die Kontrolle über mich verloren, aber ich habe Angst vor dem, was passieren wird, wenn ich es tue. In mir ist so viel angestaute Wut, so viel Aggression, dass ich fürchte ich würde hier alles kurz und klein schlagen. Wie im Wahnsinn einfach alles kaputt machen, was mir im Weg steht. Wenn dieser Punkt erreicht ist, weiß ich, dass alles vorbei ist. Dass ich in irgendeiner Klapse lande, mit Zwangsjacke und einfach nur noch vor mich hin weine, weil ich alles bereuen werd. Ich bin so ein Mensch, der ausversehen etwas Böses sagt und es ihm sofort leidtut, obwohl ich eine Sekunde vorher noch der vollen Überzeugung war, dass mein Gegenüber das verdient hat. Ich könnte jemanden, der mich belästigt, eine aufs Maul geben und mich danach sofort entschuldigen. Irgendwo ja auch seltsam. So viel Wut und Hass und doch will ich im Grunde genommen niemanden verletzen. Sagte ich nicht bereits irgendwo, dass ich paradox bin? Es ist furchtbar immer alles herunterzuschlucken. Nichts aussprechen. Manchmal lasse ich ein klein wenig von dem ab, was ich gerne sagen würde und schon schockiert es die Menschen, verletzt sie, kränkt sie, zerstört ihre Dominanz, die sie sich doch so mühsam aufgebaut haben. Zumindest glauben sie das. Zwei Welten in einer vereint. Gut und Böse. Liebe und Hass. Wärme und Kälte. Und all das ohne Kontrolle... Da bekomme ich selbst Gänsehaut. Allein daran sieht man doch, wie komplex wir sind und sein können, oder? Warum nur können wir all diese Energie, all diese Gefühl nicht einfach nutzen. Wobei die Kontrolle ja anscheinend mit drin hängt. Was, wenn wir kein System hätten? Was, wenn nicht alles vorgeschrieben und organisiert wäre? Was, wenn ich die Kontrolle verliere? Wenn alles rausplatzt, einfach alles, aus jedem menschlichen Wesen? Und trotzdem ist das System nicht perfekt. Es hat Lücken, Fehler, die alles kaputt machen, alles, jeden, alles nur verschlimmern...

Konsumgesellschaft, dumm gehaltene Menschen, allgemeine Verblödung. Alles ein Plan, um uns im Griff zu halten? Beeinflussbar zu halten, damit wir nicht den Verstand verlieren? Nicht durchdrehen? Ich glaube ich dreh bald durch, wenn ich weiter so denke. Ich hab das Gefühl in meinem Kopf hetzt alles nur noch hin und her, kreist herum, um eine Antwort zu finden, die nicht gefunden werden kann. Gefunden werden will. Ich kann nicht heißt ich will nicht, immer wieder dieser Satz. Ich kenne ihn seitdem ich klein bin, habe ihn gehasst, weil er für mich völlig unverständlich ist. "Denk nach!" "Ich komm nicht drauf, ich kann das nicht!" "Ich kann nicht heißt ich will nicht!" Es hat mich zur Weißglut getrieben, damals schon. Ich will doch, nur hat mir nie jemand den Weg gezeigt. Weglos, verirrt, ich finde ihn einfach nicht. Stets und ständig heißt es, dass ich alles kaputt mache, dass ich schuld bin, dass ich mich ändern soll, aber keiner, kein einziger, kann mir sagen wie zur Hölle ich das anstellen soll. Was muss ich tun? Mich in einen Cyborg verwandeln, der nur Befehle befolgt? Soldatin sein? Gehorsam bis zum Tod, natürlich! Ein Roboter. Nur nicht denken, das ist böse. Ist klar...

1 Kommentar 15.9.14 01:36, kommentieren

Und dann war da noch...

... die Perspektivlosigkeit. Die Frage "Was kannst du denn am besten?" kennt man ja. Danach sollte sich im besten Falle die berufliche Orientierung ausrichten. Was aber, wenn man nichts am besten kann, sondern nur alles so halb und nichts so richtig? Versteh mich nicht falsch, ich habe genug Selbstbewusstsein, um zu wissen was ich kann und was nicht. Ich kann ziemlich viel. Schnell lesen, schnell schreiben, gut schreiben, generell gut kommunizieren, zeichnen, kreativ sein, farblich abstimmen, dekorieren, helfen, freundlich sein, mit Tieren umgehen, basteln, etc. pp. Was ein Mensch halt so kann. Meine Berufswünsche sind dementsprechend angepasst. Entweder was mit designen, Grafiken, fotografieren oder Tiermedizinische Fachangestellte. Kommt mir bloß nicht mit Altenpflegerin oder sonstigem Schmarn. Ich sagte zwar, dass ich gut kommunizieren und helfen kann, das heißt allerdings nicht, dass ich es unbedingt will. Eine weitere Perspektive wäre ein lockerer Bürojob als Tippse und Telefonistin. Akzeptabel. Aber wie dran kommen? Ich lebe in der Generation der Medien- und Tierverrückten, zumindest hat das den Anschein. Und alle haben ein besseres Zeugnis als ich, sehen besser aus, können mehr, sind kompetenter , etc. Das ist nicht abwertend mir gegenüber gemeint, ich sagte ja bereits, dass ich sowas kann. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass ich die erste Hürde schaffe. Sieht man sich mein Zeugnis an, blickt man nämlich auf die geballte Vergangenheit einer Schulabbrecherin, die keinen Bock mehr hatte. Ich hab einen Abschluss, das ist nicht das Problem. Ich wollte nur nicht mehr weitermachen. Was denkt sich ein Arbeitgeber also, wenn er meine Bewerbung sieht? Nettes Foto, nettes Lächeln, gutes Anschreiben, aber moment mal? Fehlstunden? Sechsen auf dem letzten Zeugnis?

 Tja und da haben wir den Salat. Ich hab mir meine eigene Zukunft verbockt, tadaaa! Aber soll ich dir mal was sagen? Ich bereus nicht die Schule abgebrochen zu haben. Ich bereue nichts, was ich getan habe, mal abgesehen von der Entscheidung als kleines Kind zu meinem Vater zu ziehen.  Es hat mich alles an diesen Punkt gebracht. An einen Punkt an dem ich das volle Ausmaß des Lebens sehe, die pure Sinnlosigkeit dessen, was die Menschheit draus gemacht hat. Was bedeutet es schon ein großer Manager zu sein, Besitzer einer großen Firma oder Sonstiges? Man steht ganz oben, blickt auf die Welt hinab, hat in der menschlichen Vorstellung alles erreicht, was man erreichen konnte. Und dann? Stirbt man. Einfach so. Es ist alles vorbei und zu Ende und ich bin mir sicher, dass man sich dann fragen wird "Wie? Das wars?". Und trotzdem kann ich nichts gegen all das tun. Denn wo ist man schon sicher vor dieser Spezies Mensch? Dieser Spezies, die seine eigene Genialität nicht erkennt und diejenigen, die es tun, in den Wahnsinn treibt mit ihrer Eigenbrötlerei und diesen festen Grenzen dessen, wass sie Leben nennen? Es ist einfach nur zum Kotzen. Ich hasse es, ich hass es, dass ich nichts, aber auch rein gar nichts tun kann. Ich sitz hier fest, denn für alles und jeden braucht man einen verdammten Abschluss, eine scheiß Qualifikation und der Mensch hängt sich daran, als würde er statt Luft Papier zum Atmen brauchen. Wir könnten so viel mehr sein. Wir sind so viel mehr. Und es tut so unglaublich weh, dass wir es nicht sehen. Mutter Natur schreit und kreischt während wir sie zerstören. Die eigenen Kinder töten ihre Mutter. Wir rennen mit vollem Bewusstsein der Selbstzerstörung entgegen. Wir sind nicht einmal Tiere, Freunde, nicht einmal Tiere...

14.9.14 23:52, kommentieren

Und gleich...

... nochmal, weils so schön war. Ich hab diesen einen Gedanken über die Jahre immer wieder gehabt: Lass dir die Stimmbänder operativ entfernen. Einerseits ein schrecklicher Gedanke nicht mehr schreien zu können, andererseits wahnsinnig ansprechend was den Umgang mit Menschen angeht. "Es geht nicht darum was du gesagt hast, sondern wie du es gesagt hast!" "Ich verbitte mir diesen Ton!" "Sprich nicht in diesem Ton mit mir." "Dein Ton gefällt mir nicht." Immer derselbe Mist. Jedes Mal, wenn ich mich irgendwie verständlich machen will. Es ist zum verzweifeln. Meiner Ansicht nach spreche ich völlig normal, vielleicht allerhöchstens eindringlich und flehend, weil ich einfach nicht verstehe, warum man mich nicht versteht. Wobei ich mich ja selbst nicht verstehe. Ich will einfach nur klären, etwas klar machen und plötzlich fühlt sich mein Gegenüber angegriffen, weil ich den falschen "Ton" habe? Ich begreifs einfach nicht. Egal mit welchem Menschen, es passiert immer wieder. Anscheinend habe ich ein wahnsinnig ausgeprägtes Talent dazu mich im Ton zu vergreifen. Oder ich hör schlecht, denn in meinen Ohren klingt das alles anders. Wobei ich eigentlich nur Probleme mit tiefen Tönen habe, meine eigene Stimme ist aber eher... quietschig? Naja jedenfalls irgendwie seltsam. Passiert mir aber auch nur in Diskussionen. Bzw. wenn ich verstanden werden will. Ansonsten spricht man gerne mit mir. Warum auch nicht? Ich kann mich herrlich um anderer Leute Probleme kümmern, nur nicht um meine eigenen. Aber da bin ich nicht die Einzige, das weiß ich. Und ich bin sicherlich auch nicht diejenige mit dem schlimmsten Schicksal oder sonst irgendwas. Aber ich bin eben auch nur Mensch, auch wenn ich gerne was Anderes wäre. Was anderes, nicht wer anderes. Irgendeine Form von Existenz, die nicht so wahnsinnig fehlgeleitet ist. Meinetwegen auch Staub. Nur nicht Mensch. Wie kann man nur so hasserfüllt auf seine eigene Spezies sein? So enttäuscht sein von sich selbst und der gesamten Menschheit? Sich so sehr für das schämen, was man ist? Aber mir bleibt ja keine andere Wahl. Ich muss als Mensch weitermachen, fernab von schwarz und weiß, mitten in der Grauzone. Es sei denn ich wähle den frühzeitigen Tod, aber das Thema habe ich schon lange hinter mir. Klappt halt nicht, wenn man niemand anderes mit hineinziehen und dessen Leben zerstören will. Ironie des Lebens.

2 Kommentare 9.9.14 01:30, kommentieren

Nun...

... ich will nicht lange drumherum reden. Ich will mich nicht damit aufhalten, dass ihr wisst wer ich bin, was ich bin oder sonst irgendwas. Ich will mich nur mitteilen, irgendwem auf dieser gewaltigen Welt, der irgendwann einmal durch Zufall auf diesem Blog landet.

 In meinem Inneren ist einfach zu viel los. Manchmal habe ich einfach das Gefühl, dass meine Gefühle mich von innen heraus zerreißen, meine Sehnsüchte, meine Ängste, meine Liebe, mein Hass, einfach alles. Ich kann nicht anders als in diesen Momenten zu weinen, es quillt einfach alles aus mir raus und ich bin hilflos. Will einfach nur allein sein, frei sein in diesen Räumen in denen ich nie wirklich allein sein kann. 3 Räume, Küche, Bad. 3 Personen. Eine davon teilt quasi alles mit mir, meine Entscheidungen, mein Leben, meine Nähe. Ich liebe ihn, natürlich, aber trotzdem habe ich immer wieder diesen unabdingbaren Wunsch nach Freiheit. Weg von allem. In irgendeine Großstadt ziehen, Leute kennenlernen, Leute nie wiedersehen, im Augenblick leben. Sich nicht ständig fragen was die Zukunft bringt und wie man sie sich am besten hinbiegt. Reisen, etwas Besonderes sein. Glücklich sein. Mein Leben war bis jetzt eher wie ein Stahlkäfig. Anfangs habe ich immer das Gefühl gehabt "Endlich frei!", aber dann die Ernüchterung. Nichts ändert sich wirklich, nie. Narzismus? Fragt mich nicht, aber ab einem gewissen Punkt halte ich es einfach nicht mehr aus. Dann will ich weg, auf Teufel komm raus. Aber irgendwie auch nicht. Und -warum auch immer- ich gerate immer an die Menschen, die diesen Wunsch absolut nicht nachvollziehen können, die bei mir bleiben wollen, ihr Leben lang. Sie alle erdrücken mich irgendwann. Plötzlich zwischendrin ist dort dann wieder die Sehnsucht nach Nähe. Liebe, Wärme, Geborgenheit, Sicherheit. Aber irgendwie scheint es mir nicht bestimmt zu sein eben solche zu finden. Immer wieder liest man davon. "Mein Mann bringt mir Geborgenheit." Bei mir hats nie einer geschafft. Vielleicht läuft irgendwas in meinem Hirn schief, keine Ahnung. Vielleicht gabs irgendwann zwischen all der Scheiße, die passiert ist, einfach einen Kurzschluss und das wars dann.

 Kann man das überhaupt vereinen? Geborgenheit und Freiheit? Gibt es überhaupt die Möglichkeit in einer Konsumgesellschaft wie dieser glücklich zu werden? Ich glaube nicht wirklich daran. Am liebsten wärs mir irgendwo als Eremit zu leben, abgeschnitten von der Welt, leben von dem, was mir die Natur gibt, jagen, Feuer machen, zu den Urinstinkten zurückkehren. Aber dazu müsste ich wohl irgendwo nach Afrika oder sonst wohin. Hier in Deutschland hängen einem ja gleich die Medien am Arsch. Oder wahlweise Förster, Jäger und Polizei, die einen noch wegen Wildwilderei vors Gericht schleppen. Einfach mein eigenes, kleines Utopia. Das ist wenigstens noch halbwegs realistisch, mal im Vergleich zu meinen anderen Sehnsüchten.

 Emotional halt völlig überladen, wie ich nunmal bin, geht mir jede Fantasie nahe. Serien wie Doctor Who dürfte ich eigentlich gar nicht gucken. Genauso wenig wie Filme like Narnia, Harry Potter, selbst Panem. Trotz dieser ständigen Option des Todes wäre ich lieber in diesen Welten, als hier in der Realität. Scheiß auf den Tod, wenn man Unvorstellbares sehen, tun und fühlen kann. Verdammte Axt, im Grunde genommen warte ich jeden Tag auf das "Wubwub" der TARDIS oder auf irgendwelche Aliens, Zauberer, irgendwas, was mich glauben ließe, dass das hier, was wir leben nennen, nicht alles ist. Unser Bauplan ist doch mittlerweile vorgegeben. Kindheit überstehen, zur Schule gehen, dem Druck standhalten, noch mitten in der Pubertät oder kaum aus der Pubertät raus in den Ernst des Arbeitslebens, 45 Jahre arbeiten, Rente bekommen, hoffen, dass man noch halbwegs gesund bleibt, um auf seine letzten Tage noch was erleben zu können, sterben. Alles in unserem Leben basiert darauf. Jeder sagt uns, was wir zu tun haben.

Und dann sind da noch die Menschen, die einem sagen "Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst!" Ja, ne. Ist klar. Aber schön brav dabei die Strukturen im Kopf behalten. Sie an deine Kinder weitergeben, damit schön was aus denen wird. Und die Grundlage für alles: Geld. Wie vielen Menschen gehört das Grundstück auf dem sie leben denn wirklich? Wie viele von uns blechen an die Reichen und Schönen, damit sie überhaupt ein Dach über den Kopf haben? Es ist zum Kotzen. Dieses ganze System, diese ganze Besserwisserei, ich hab genug davon. Tierquäler, Kinderschänder, Mörder, Krieg und immer wieder dieselben Scheißdiskussionen wer recht hat und wer nicht. Ich habs satt. Und ich bin so unglaublich wütend darüber. Hilflos wütend. Denn an wen soll ich mich wenden? Hey Menschheit, änder dich mal! Ja na klasse. "Na dann fang doch an, änder dich!" Sieht man doch an den Veganern, etc. wohin das führt. Recht und Unrecht. Ordnung, Disziplin, System. Selbst die verdammten Punks & Anarchisten sind davon abhängig, auch wenn sie was anderes behaupten. Schon mal nen Anarchisten gesehen, der sich irgendwo eine Holzhütte selber gebaut, sein eigenes Feld angelegt und sich auf die Jagd gemacht hat? DAS wäre "fuck the system". DAS wäre Unabhängigkeit vom Staat. Und wie bereits gesagt, selbst dann fickst nicht du das System, sondern das System dich, weils dich wieder unter seine Fittiche nehmen will. Ordnung muss sein, nicht wahr? Seht euch das menschliche Chaos doch mal an. Seht euch die Genies an, die das Chaos überblicken und genau wissen welche Fäden sie ziehen müssen, um es für sich selbst zu nutzen. 

 "Ich will weg, ich will raus, ich will - ich wünsch mir was" Pur - Abenteuerland

Das einzig Gute auf dieser Welt. Musik. Lieder, mit denen man sich identifizieren kann, die aussprechen, was man denkt und fühlt. Bringen tuts nicht, aber es tut gut zu wissen, dass man immer noch was fühlt. Paradoxe Welt, paradoxes Ich. Ich fühl mich zu alt für den ganzen Scheiß und gleichzeitig zu jung dafür...

1 Kommentar 9.9.14 00:19, kommentieren