Gedankliche Tiefen

Nun...

... ich will nicht lange drumherum reden. Ich will mich nicht damit aufhalten, dass ihr wisst wer ich bin, was ich bin oder sonst irgendwas. Ich will mich nur mitteilen, irgendwem auf dieser gewaltigen Welt, der irgendwann einmal durch Zufall auf diesem Blog landet.

 In meinem Inneren ist einfach zu viel los. Manchmal habe ich einfach das Gefühl, dass meine Gefühle mich von innen heraus zerreißen, meine Sehnsüchte, meine Ängste, meine Liebe, mein Hass, einfach alles. Ich kann nicht anders als in diesen Momenten zu weinen, es quillt einfach alles aus mir raus und ich bin hilflos. Will einfach nur allein sein, frei sein in diesen Räumen in denen ich nie wirklich allein sein kann. 3 Räume, Küche, Bad. 3 Personen. Eine davon teilt quasi alles mit mir, meine Entscheidungen, mein Leben, meine Nähe. Ich liebe ihn, natürlich, aber trotzdem habe ich immer wieder diesen unabdingbaren Wunsch nach Freiheit. Weg von allem. In irgendeine Großstadt ziehen, Leute kennenlernen, Leute nie wiedersehen, im Augenblick leben. Sich nicht ständig fragen was die Zukunft bringt und wie man sie sich am besten hinbiegt. Reisen, etwas Besonderes sein. Glücklich sein. Mein Leben war bis jetzt eher wie ein Stahlkäfig. Anfangs habe ich immer das Gefühl gehabt "Endlich frei!", aber dann die Ernüchterung. Nichts ändert sich wirklich, nie. Narzismus? Fragt mich nicht, aber ab einem gewissen Punkt halte ich es einfach nicht mehr aus. Dann will ich weg, auf Teufel komm raus. Aber irgendwie auch nicht. Und -warum auch immer- ich gerate immer an die Menschen, die diesen Wunsch absolut nicht nachvollziehen können, die bei mir bleiben wollen, ihr Leben lang. Sie alle erdrücken mich irgendwann. Plötzlich zwischendrin ist dort dann wieder die Sehnsucht nach Nähe. Liebe, Wärme, Geborgenheit, Sicherheit. Aber irgendwie scheint es mir nicht bestimmt zu sein eben solche zu finden. Immer wieder liest man davon. "Mein Mann bringt mir Geborgenheit." Bei mir hats nie einer geschafft. Vielleicht läuft irgendwas in meinem Hirn schief, keine Ahnung. Vielleicht gabs irgendwann zwischen all der Scheiße, die passiert ist, einfach einen Kurzschluss und das wars dann.

 Kann man das überhaupt vereinen? Geborgenheit und Freiheit? Gibt es überhaupt die Möglichkeit in einer Konsumgesellschaft wie dieser glücklich zu werden? Ich glaube nicht wirklich daran. Am liebsten wärs mir irgendwo als Eremit zu leben, abgeschnitten von der Welt, leben von dem, was mir die Natur gibt, jagen, Feuer machen, zu den Urinstinkten zurückkehren. Aber dazu müsste ich wohl irgendwo nach Afrika oder sonst wohin. Hier in Deutschland hängen einem ja gleich die Medien am Arsch. Oder wahlweise Förster, Jäger und Polizei, die einen noch wegen Wildwilderei vors Gericht schleppen. Einfach mein eigenes, kleines Utopia. Das ist wenigstens noch halbwegs realistisch, mal im Vergleich zu meinen anderen Sehnsüchten.

 Emotional halt völlig überladen, wie ich nunmal bin, geht mir jede Fantasie nahe. Serien wie Doctor Who dürfte ich eigentlich gar nicht gucken. Genauso wenig wie Filme like Narnia, Harry Potter, selbst Panem. Trotz dieser ständigen Option des Todes wäre ich lieber in diesen Welten, als hier in der Realität. Scheiß auf den Tod, wenn man Unvorstellbares sehen, tun und fühlen kann. Verdammte Axt, im Grunde genommen warte ich jeden Tag auf das "Wubwub" der TARDIS oder auf irgendwelche Aliens, Zauberer, irgendwas, was mich glauben ließe, dass das hier, was wir leben nennen, nicht alles ist. Unser Bauplan ist doch mittlerweile vorgegeben. Kindheit überstehen, zur Schule gehen, dem Druck standhalten, noch mitten in der Pubertät oder kaum aus der Pubertät raus in den Ernst des Arbeitslebens, 45 Jahre arbeiten, Rente bekommen, hoffen, dass man noch halbwegs gesund bleibt, um auf seine letzten Tage noch was erleben zu können, sterben. Alles in unserem Leben basiert darauf. Jeder sagt uns, was wir zu tun haben.

Und dann sind da noch die Menschen, die einem sagen "Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst!" Ja, ne. Ist klar. Aber schön brav dabei die Strukturen im Kopf behalten. Sie an deine Kinder weitergeben, damit schön was aus denen wird. Und die Grundlage für alles: Geld. Wie vielen Menschen gehört das Grundstück auf dem sie leben denn wirklich? Wie viele von uns blechen an die Reichen und Schönen, damit sie überhaupt ein Dach über den Kopf haben? Es ist zum Kotzen. Dieses ganze System, diese ganze Besserwisserei, ich hab genug davon. Tierquäler, Kinderschänder, Mörder, Krieg und immer wieder dieselben Scheißdiskussionen wer recht hat und wer nicht. Ich habs satt. Und ich bin so unglaublich wütend darüber. Hilflos wütend. Denn an wen soll ich mich wenden? Hey Menschheit, änder dich mal! Ja na klasse. "Na dann fang doch an, änder dich!" Sieht man doch an den Veganern, etc. wohin das führt. Recht und Unrecht. Ordnung, Disziplin, System. Selbst die verdammten Punks & Anarchisten sind davon abhängig, auch wenn sie was anderes behaupten. Schon mal nen Anarchisten gesehen, der sich irgendwo eine Holzhütte selber gebaut, sein eigenes Feld angelegt und sich auf die Jagd gemacht hat? DAS wäre "fuck the system". DAS wäre Unabhängigkeit vom Staat. Und wie bereits gesagt, selbst dann fickst nicht du das System, sondern das System dich, weils dich wieder unter seine Fittiche nehmen will. Ordnung muss sein, nicht wahr? Seht euch das menschliche Chaos doch mal an. Seht euch die Genies an, die das Chaos überblicken und genau wissen welche Fäden sie ziehen müssen, um es für sich selbst zu nutzen. 

 "Ich will weg, ich will raus, ich will - ich wünsch mir was" Pur - Abenteuerland

Das einzig Gute auf dieser Welt. Musik. Lieder, mit denen man sich identifizieren kann, die aussprechen, was man denkt und fühlt. Bringen tuts nicht, aber es tut gut zu wissen, dass man immer noch was fühlt. Paradoxe Welt, paradoxes Ich. Ich fühl mich zu alt für den ganzen Scheiß und gleichzeitig zu jung dafür...

9.9.14 00:19

Letzte Einträge: Wut, unglaubliche Wut, Wunde Punkte..., Probleme anderer Leute..., Und mal wieder..., #wireinander

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