Gedankliche Tiefen

Und dann war da noch...

... die Perspektivlosigkeit. Die Frage "Was kannst du denn am besten?" kennt man ja. Danach sollte sich im besten Falle die berufliche Orientierung ausrichten. Was aber, wenn man nichts am besten kann, sondern nur alles so halb und nichts so richtig? Versteh mich nicht falsch, ich habe genug Selbstbewusstsein, um zu wissen was ich kann und was nicht. Ich kann ziemlich viel. Schnell lesen, schnell schreiben, gut schreiben, generell gut kommunizieren, zeichnen, kreativ sein, farblich abstimmen, dekorieren, helfen, freundlich sein, mit Tieren umgehen, basteln, etc. pp. Was ein Mensch halt so kann. Meine Berufswünsche sind dementsprechend angepasst. Entweder was mit designen, Grafiken, fotografieren oder Tiermedizinische Fachangestellte. Kommt mir bloß nicht mit Altenpflegerin oder sonstigem Schmarn. Ich sagte zwar, dass ich gut kommunizieren und helfen kann, das heißt allerdings nicht, dass ich es unbedingt will. Eine weitere Perspektive wäre ein lockerer Bürojob als Tippse und Telefonistin. Akzeptabel. Aber wie dran kommen? Ich lebe in der Generation der Medien- und Tierverrückten, zumindest hat das den Anschein. Und alle haben ein besseres Zeugnis als ich, sehen besser aus, können mehr, sind kompetenter , etc. Das ist nicht abwertend mir gegenüber gemeint, ich sagte ja bereits, dass ich sowas kann. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass ich die erste Hürde schaffe. Sieht man sich mein Zeugnis an, blickt man nämlich auf die geballte Vergangenheit einer Schulabbrecherin, die keinen Bock mehr hatte. Ich hab einen Abschluss, das ist nicht das Problem. Ich wollte nur nicht mehr weitermachen. Was denkt sich ein Arbeitgeber also, wenn er meine Bewerbung sieht? Nettes Foto, nettes Lächeln, gutes Anschreiben, aber moment mal? Fehlstunden? Sechsen auf dem letzten Zeugnis?

 Tja und da haben wir den Salat. Ich hab mir meine eigene Zukunft verbockt, tadaaa! Aber soll ich dir mal was sagen? Ich bereus nicht die Schule abgebrochen zu haben. Ich bereue nichts, was ich getan habe, mal abgesehen von der Entscheidung als kleines Kind zu meinem Vater zu ziehen.  Es hat mich alles an diesen Punkt gebracht. An einen Punkt an dem ich das volle Ausmaß des Lebens sehe, die pure Sinnlosigkeit dessen, was die Menschheit draus gemacht hat. Was bedeutet es schon ein großer Manager zu sein, Besitzer einer großen Firma oder Sonstiges? Man steht ganz oben, blickt auf die Welt hinab, hat in der menschlichen Vorstellung alles erreicht, was man erreichen konnte. Und dann? Stirbt man. Einfach so. Es ist alles vorbei und zu Ende und ich bin mir sicher, dass man sich dann fragen wird "Wie? Das wars?". Und trotzdem kann ich nichts gegen all das tun. Denn wo ist man schon sicher vor dieser Spezies Mensch? Dieser Spezies, die seine eigene Genialität nicht erkennt und diejenigen, die es tun, in den Wahnsinn treibt mit ihrer Eigenbrötlerei und diesen festen Grenzen dessen, wass sie Leben nennen? Es ist einfach nur zum Kotzen. Ich hasse es, ich hass es, dass ich nichts, aber auch rein gar nichts tun kann. Ich sitz hier fest, denn für alles und jeden braucht man einen verdammten Abschluss, eine scheiß Qualifikation und der Mensch hängt sich daran, als würde er statt Luft Papier zum Atmen brauchen. Wir könnten so viel mehr sein. Wir sind so viel mehr. Und es tut so unglaublich weh, dass wir es nicht sehen. Mutter Natur schreit und kreischt während wir sie zerstören. Die eigenen Kinder töten ihre Mutter. Wir rennen mit vollem Bewusstsein der Selbstzerstörung entgegen. Wir sind nicht einmal Tiere, Freunde, nicht einmal Tiere...

14.9.14 23:52

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