Gedankliche Tiefen

Wird langsam zur Gewohnheit...

... dass ich zwei Einträge schreibe.

Aber die Tastatur ist nunmal wesentlich einfacher zu bedienen, als ein Stift. Normalerweise hatte ich ein Buch für solche Dinge. Naja, was heißt ein Buch, mehrere. Einfach um die Gedanken loszuwerden. Aber warum nur für mich schreiben, warum nicht mit der Welt teilen? Mal ein Seelenstriptease im Internet, yehaw! Es gibt so unendlich viele Blogs und Youtubevideos und ach was weißichnicht alles für Zeugs. Also warum nicht einfach dem Strom hinterherschwimmen und auch einmal alles öffentlich machen?

Ich hab keine Ahnung ob den Schmarrn hier überhaupt jemand liest. Ob überhaupt jemand durchsteigt durch all das Zeug, was ich hier direkt aus meinem Kopf auf den Bildschirm übertrage. Mal ganz zu schweigen davon, dass jemand es wirklich mal verstehen würde. Ich meine nicht diesen "Aha!"-Effekt, sondern ich meine das mitfühlen, das miterleben, beim Lesen versinken und denken. Sich Gedanken machen zu Gedanken. Seltsam, irgendwie. Ich weiß nicht warum ich dieses unbezwingbare Bedürfnis habe zu schreiben, aber ich habe es seit nunmehr sieben Jahren. Sieben Jahre in denen ich immer wieder zum Stift gegriffen habe, um etwas aus meinem Kopf loszuwerden. Ich bereite diese Texte nicht vor, ich schreibe einfach das, was mir gerade durch den Kopf geht. Meistens springe ich dadurch von einem Thema zum Nächsten, aber das werdet ihr vielleicht schon mitbekommen haben. Ganz am Anfang ist dort immer nur ein Satz. Ein Satz auf dem alles aufbaut was ich schreibe. Ein Satz, der mir durch den Kopf geht und dessen Assozziationen ich folge. Ich verbinde einfach eins nach dem Anderen, rede quasi gedanklich mit mir selbst, nur um dann zu einem Punkt zu kommen an dem mein Hirn leer ist. Und manchmal, so wie in letzter Zeit, will es partout nicht leer werden. Als würde es kurz vorm Explodieren stehen und ich habe keine Ahnung welchen Draht ich durchschneiden muss, um die Detonation zu verhindern.

Kontrolle, das Thema in meinem Leben. Ich habe noch nie so wirklich die Kontrolle über mich verloren, aber ich habe Angst vor dem, was passieren wird, wenn ich es tue. In mir ist so viel angestaute Wut, so viel Aggression, dass ich fürchte ich würde hier alles kurz und klein schlagen. Wie im Wahnsinn einfach alles kaputt machen, was mir im Weg steht. Wenn dieser Punkt erreicht ist, weiß ich, dass alles vorbei ist. Dass ich in irgendeiner Klapse lande, mit Zwangsjacke und einfach nur noch vor mich hin weine, weil ich alles bereuen werd. Ich bin so ein Mensch, der ausversehen etwas Böses sagt und es ihm sofort leidtut, obwohl ich eine Sekunde vorher noch der vollen Überzeugung war, dass mein Gegenüber das verdient hat. Ich könnte jemanden, der mich belästigt, eine aufs Maul geben und mich danach sofort entschuldigen. Irgendwo ja auch seltsam. So viel Wut und Hass und doch will ich im Grunde genommen niemanden verletzen. Sagte ich nicht bereits irgendwo, dass ich paradox bin? Es ist furchtbar immer alles herunterzuschlucken. Nichts aussprechen. Manchmal lasse ich ein klein wenig von dem ab, was ich gerne sagen würde und schon schockiert es die Menschen, verletzt sie, kränkt sie, zerstört ihre Dominanz, die sie sich doch so mühsam aufgebaut haben. Zumindest glauben sie das. Zwei Welten in einer vereint. Gut und Böse. Liebe und Hass. Wärme und Kälte. Und all das ohne Kontrolle... Da bekomme ich selbst Gänsehaut. Allein daran sieht man doch, wie komplex wir sind und sein können, oder? Warum nur können wir all diese Energie, all diese Gefühl nicht einfach nutzen. Wobei die Kontrolle ja anscheinend mit drin hängt. Was, wenn wir kein System hätten? Was, wenn nicht alles vorgeschrieben und organisiert wäre? Was, wenn ich die Kontrolle verliere? Wenn alles rausplatzt, einfach alles, aus jedem menschlichen Wesen? Und trotzdem ist das System nicht perfekt. Es hat Lücken, Fehler, die alles kaputt machen, alles, jeden, alles nur verschlimmern...

Konsumgesellschaft, dumm gehaltene Menschen, allgemeine Verblödung. Alles ein Plan, um uns im Griff zu halten? Beeinflussbar zu halten, damit wir nicht den Verstand verlieren? Nicht durchdrehen? Ich glaube ich dreh bald durch, wenn ich weiter so denke. Ich hab das Gefühl in meinem Kopf hetzt alles nur noch hin und her, kreist herum, um eine Antwort zu finden, die nicht gefunden werden kann. Gefunden werden will. Ich kann nicht heißt ich will nicht, immer wieder dieser Satz. Ich kenne ihn seitdem ich klein bin, habe ihn gehasst, weil er für mich völlig unverständlich ist. "Denk nach!" "Ich komm nicht drauf, ich kann das nicht!" "Ich kann nicht heißt ich will nicht!" Es hat mich zur Weißglut getrieben, damals schon. Ich will doch, nur hat mir nie jemand den Weg gezeigt. Weglos, verirrt, ich finde ihn einfach nicht. Stets und ständig heißt es, dass ich alles kaputt mache, dass ich schuld bin, dass ich mich ändern soll, aber keiner, kein einziger, kann mir sagen wie zur Hölle ich das anstellen soll. Was muss ich tun? Mich in einen Cyborg verwandeln, der nur Befehle befolgt? Soldatin sein? Gehorsam bis zum Tod, natürlich! Ein Roboter. Nur nicht denken, das ist böse. Ist klar...

15.9.14 01:36

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Copperoid / Website (16.9.14 17:53)
Ich denke der Film "Matrix" ist keine Erfindung.

Das alles klingt so haarsträubend überzogen, daß niemand merkt, das es die Wirklichkeit ist. Wir alle zusammen sind nur eine schwammige Suppe und dienen irgendwelchen Maschinen als Batterie.

Wir werden klein gehalten und bekommen ab und an, aber eher selten, einen Klapps auf die Schulter, damit das Dasein wenigstens für ein paar Stunden wieder Spaß macht.

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