Gedankliche Tiefen

Im Grunde genommen...

... habe ich einen Bekanntenkreis in ganz Deutschland. Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und so weiter und so fort. Seitdem es Facebook und co. kg. gibt hat man ja auch mehr oder minder regelmäßig Kontakt zueinander, man chattet und telefoniert mal ein bisschen, aber was mir derzeit fehlt sind wirkliche Freunde. Menschen mit denen ich mich verabreden kann, die ich sehen und anfassen (Warum winkt mir grad der Pädobär? *grusel*) kann und mit denen ich einfach etwas unternehme und dabei Spaß habe. Mein ganzes Leben lang ziehe ich eigentlich schon von einem Bundesland ins Nächste, auf der Suche nach einem festen Heim, das ich nicht in den nächsten 1-2 Jahren wieder verlassen muss oder möchte. Nur irgendwie ergibt es sich nie, dass ich einmal dort hin ziehe, wo sich meine Bekannten aufhalten. Immer muss ich mit dem Zug elendig lange Strecken auf mich nehmen, zu denen mir meistens auch noch das Geld fehlt. Umso schlimmer ist es dann solche Youtuber wie LeFloid, iBlali, Gronkh, etc. zu sehen, wie sie mit Freunden gemeinsame Videos drehen, sich an Video Days treffen und so weiter und so fort. Ich sitze jedes Mal da, schau mir diese Videos an und denke "Mann... Das hätte ich auch gerne wieder!". Es ist nicht so, dass ich in meiner Vergangenheit Schwierigkeiten gehabt hätte Kontakte zu knüpfen, ganz im Gegenteil. Ich hatte eine Menge Freunde mit denen ich beinahe täglich etwas unternommen habe und sei es nur irgendwo rumsitzen, rauchen und sich unterhalten, ohne unbedingt gleich sich ins nächste Abenteuer zu stürzen. Aber wenn man quasi alljährlich den Freundeskreis wechseln muss, stumpft man irgendwann ab. Keine Freundschaft hält, wenn man hunderte von Kilometern überbrücken muss. Es ist dann zwar schön denjenigen wiederzusehen, aber trotzdem steht irgendwie immer irgendetwas zwischen uns. Und dann kommt die Sehnsucht nach 'früher' mit einem Schlag und zerfrisst mich von Innen. Es wäre so unglaublich schön, wenn ich es nur einmal schaffen könnte wirklich irgendwo 'anzukommen' und zu wissen, dass ich diese Menschen, die ich so mag, nicht mehr hergeben muss. Natürlich gibt es Streit, natürlich kann man sich auseinanderleben, aber irgendwo gehört es dazu und ist nicht so ein heftiger Cut. "Glatte Brüche heilen besser.", aber nicht die der Seele. Sie vernarben und ziepen, tun weh und bringen einen zum Weinen, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann. Sie machen einen schwächer und träger und lassen einen vorsichtiger werden. Ich fühle mich, als würde irgendetwas hinter mir stehen und schon darauf warten mich zu meinem nächsten Lebensabschnitt zu hetzen. Zur nächsten neuen Wohnung, zu den nächsten neuen alten Problemen, zum nächsten Freundeskreis, der doch nicht bestehen bleibt. Es ist dieses Gefühl in einer Menschenmenge zu stehen und doch einsam zu sein. Und ich hasse dieses Gefühl.

18.9.14 02:09

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Copperoid / Website (18.9.14 08:41)
Du mußt nicht mal hunderte von Kilometern wegziehen. Oft reichten 20 aus, und ich hatte das Gefühl, ich existiere nicht mehr auf dieser Welt.

Ich bin in den letzten Jahren auch etliche Male umgezogen. Situations -und Jobbedingt. Wußte meistens beim Einzug in eine neue Wohnung schon, das ist es noch nicht. Nur eine Zwischenstation. Nun bin ich hoffentlich angekommen.

Mit dem Wort "Freund" bin ich sehr vorsichtig geworden. Da waren schon etliche Enttäuschungen dabei. Oftmals auch nach Jahren.
Da ich Facebook und Whats App Verweigerer bin, bleibt also nur das gute alte Telefon bzw. Handy, die E-Mail oder SMS. Aber das reicht doch auch vollkommen aus. Wer sich in der heutigen Zeit, mit diesen unzähligen Möglichkeiten nicht mal 2 Minuten nehmen kann, und eine kurze Textnachricht losschickt, "Hallo ich lebe noch", dem ist es meiner Meinung auch nicht wichtig, den Kontakt aufrecht zu halten.

Das ist halt der Lauf der Zeit. Interessen verändern sich ebenso wie Prioritäten. Ich lebe heute ein ganz anderes Leben wie noch vor 10 Jahren. Merke immer wieder, wie viele einfach stehen bleiben und sich in ihrem Alltag selber einsperren. Aber okay. Einige verschwinden, andere tauchen auf.


Gefühlswollknäuel / Website (18.9.14 22:49)
Das stimmt allerdings. Mittlerweile ist bei mir auch nicht mehr Freund gleich Freund. Meistens sind es einfach nur bekannte Menschen mit denen man sich trifft und Spaß hat, aber mehr auch nicht. Hab schon lange niemanden mehr außer meinen Partner, mit dem ich mal über wirklich wichtige Dinge sprechen würde. Geschweige denn mich selbst verletzbar machen würde.

Das mit dem Melden sehe ich auch so, wobei ich gestehen muss, dass ich mich einfach irgendwann nicht mehr melde, weil mir mit der Zeit das Interesse fehlt. Ständig nur zu fragen "Wie geht's, was gibt's Neues?" und dann die entsprechenden Antworten auszutauschen ist auf Dauer gesehen einfach nicht meine Welt. Ich stehe den Menschen lieber gegenüber und sehe die echte Emotion, statt Smilies oder nur eine Tonlagenveränderung. Aber auch so melden sich "Freunde" nicht sehr häufig und irgendwann hat man auch keine Lust mehr immer den ersten Schritt zu machen.

Ich hab mich auch schon in einigen Dingen ziemlich verändert, bin auf jeden Fall wesentlich geduldiger mit meinen Mitmenschen, auch wenn ich manchmal nu zu gerne explodieren würde. Ich hab nur jetzt schon keine Lust mehr auf die nächsten 10 Umzüge, reicht langsam. Helfe schon seitdem ich klein War bei Umzügen und mit jedem Mal wird anstrengender und ist mit mehr Schmerzen verbunden. -.-

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